Trekkingnahrung

Schlemmen ohne Schleppen - Trekkingnahrung selbstgemacht

Schlemmen ohne Schleppen - Trekkingnahrung selbstgemacht

Wie alles begann

Ein schwieriger Punkt in der Vorbereitung meiner Trekkingtour durch Schwedisch-Lappland war für mich die Ernährung. Ich wusste nicht, ob ich wirklich sechs Wochen am Stück wandern kann und damit auch nicht, wo genau ich langgehen würde. Nachschub einkaufen, Sachen deponieren oder vorschicken war zudem auf den möglichen Routen nur auf wenige Stellen beschränkt.

Die größte Frage die sich mir stellte war jedoch: Was soll ich essen? Zwar ist gekaufte Trekkingnahrung nahrhaft, schnell zubereitet und auf körperliche Ausdauerleistung ausgelegt, aber Pasta mit roter oder grüner Soße kann auf Dauer ganz schön langweilig sein. Die Alutüten bei denen nur heißes Wasser zugegeben wird, sparen Brennstoff und sind vom Gewicht kaum zu unterbieten. Es gibt viele Hersteller und damit auch eine große Auswahl. Nachteil ist der Verpackungsmüll und natürlich der Preis.

In dem Wanderbuch von Andrea Möhr-Michel las ich, wie sie ihre eigene Trekkingnahrung herstellt. Durch Dörren wird das Wasser entzogen und die Nahrung wird gleichzeitig haltbarer. Ideal für eine lange Wanderreise.

Aus Neugierde probierte ich die Trockenei-Herstellung im Backofen aus und war vom Ergebnis begeistert. Aus drei Eiern erhielt ich 36g Eipulver und das daraus zubereitete Rührei konnte ich geschmacklich nicht vom Frischei unterscheiden.

Ich legte mir im November ein Dörrgerät zu und sammelte über den Winter weitere Erfahrung. Versuche mit Gemüse gelangten mal mehr, mal weniger. Am Anfang schwebte mir vor, dass Essen einfach aufzupeppen und dadurch Abwechselung zu bekommen. Vor allem fehlte mir in den Trekkinggerichten das Gemüse. Mit der Zeit und Übung wurden es ganze Gerichte.

Bis dahin war es jedoch ein mühsamer Weg. Im deutschsprachigen Raum gibt es einige Bücher über das Dörren, aber diese beschäftigten sich mit dem Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten. Ich wollte jedoch Dörren um vor allem das Wasser und damit das Gewicht zu reduzieren. Die Haltbarkeit konnte auf wenige Wochen beschränkt sein. Der Durchbruch gelang mit einigen Webseiten und einem schwedischen Rezeptbuch.

Während der sechs Wochen konnte ich die schweren Sachen wie Pasta, Reis, rote Linsen oder Kartoffelpüree nachkaufen und die leichten wollte ich bereits von Anfang an mitnehmen. Der Vorteil war die größte mögliche Unabhängigkeit, aber auch Abwechselung beim Essen. Schlemmen ohne Schleppen wurde das Motto.