Padjelantaleden
Der 140 Kilometer lange Fernwanderweg Padjelantaleden führt durch den Nationalpark Padjelanta in Nordschweden. Dieser liegt westlich des Sarek-Nationalparks, der oft als eine der letzten Wildnisregionen Europas bezeichnet wird. Das nördlich des Polarkreises gelegene Gebiet gehört zusammen mit den Nationalparks Muddus, Sarek und Stora Sjöfallet sowie den Naturreservaten Sjaunja und Stubba seit 1996 zum UNESCO Weltkultur- und Weltnaturerbe.
Der Name Padjelanta hat seinen Ursprung im Samischen. Die Lule-Samen bezeichnen das Gebiet als Badjelánnda, was das höhere Land bedeutet. Die sanften Hügel sind die Sommerweiden der Rentiere. Gebirgsheiden prägen die Landschaft. An feuchten Stellen gibt es Weidengestrüpp und Birken wachsen eher selten.
Die Wanderung folgt im ersten Teil dem mächtigen Vuojatädno flussaufwärts bis zum grossen See Virihaure. Immer wieder gibt es tolle Ausblicke auf die dramatischen Berge des Sareks und Norwegens. In der samischen Siedlung Stáloluokta ist Halbzeit. Durch die baumlose hügelige Landschaft des Kalfjälls führt die Route nun nach Süden. Die letzten Etappen folgen dem Tarraätno flussabwärts. Im Pärlälven Fjällskogs Naturreservat prägen nun Bergbirken die Landschaft.
Im Gegensatz zum wegelosen Sarek hat der Padjelantaleden eine gute Infrastruktur. Brücken, Hütten mit Selbstverpflegung und Holzstege über Feuchtwiesen seien genannt. Trotzdem handelt es sich auch hier um eine entlegene Wildnis ohne Handyempfang und das Essen für die gesamte Tour sollte am Start im Rucksack sein. Der Weg ist einfach zu gehen, gut markiert und recht beliebt, so dass man in der Hochsaison Juli/August jeden Tag auf andere Wanderer trifft. Trotzdem ist er nicht überlaufen. Die Wanderung lässt sich auch gut als Zelttour mit freier Etappenwahl und auch in die andere Richtung von Kvikkkokk nach Ritsem wandern.
Steckbrief Padjelantaleden
| Region | Laponia |
|---|---|
| Länge | 141 km, 9 Etappen |
| Beste Reisezeit | Anfang Juli bis Anfang September (siehe Bootstransfer) |
| Kategorie | Hütten- oder Zeltwanderung in der Heimat von Sami & Rentieren. Weg in guten Zustand und gut markiert. Wenige, einfache Watstellen. Die Route durch die hügelige Landschaft des Badjelánnda mit Ausblick auf die Berge des Sareks eignet sich auch für Trekkingeinsteiger. |
| Anreise | Bus nach Ritsem STF |
| Abreise | Bus nach Kvikkjokk |
| Karte | ![]() |
| Unterkunft | Zelt oder Hütten |
| Trinkwasser | viele der Bäche und Seen haben Trinkwasserqualität, Wasserfilter nicht unbedingt notwendig |
| Verpflegung | aus dem Rucksack, Kiosk der Tuorpon Sameby in Stáloluokta, BLT-Hütten: eingeschränkt und Bezahlung nur in Bar, STF-Butik: Ritsem, Såmmarlappa: Butik mit kleinem Sortiment |
| Hunde | Der Nationalpark gehört zu den Sommerweiden der Rentiere und Hunde sind in der Sommersaison nicht erlaubt. Nur vom 1. Januar bis zum 30 April sind angeleinte Hunde gestattet. |
| Bootstransfer | Ritsem: Storlulebåten Kvikkjokk: Båttrafik i Kvikkjokk |
| Weiterer Zugang | Hubschrauberflug nach Stáloluokta (Fiskflyg) |
| Webseite | BLT-Hütten Padjelanta - Padjelantaleden |
Etappen Ritsem - Kvikkjokk
| Etappe | Von | Bis | km | Hütte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Ritsem | Akka | 2 | STF Fjällstugan Akka |
| Akka | Gisuris | 14 | BLT Gisuris | |
| 2 | Gisuris | Låddejåhkkå | 23 | BLT Låddejåhkå |
| 3 | Låddejåhkkå | Arasluokta | 13 | BLT Arasluokta |
| 4 | Arasluokta | Stáloluokta | 11 | BLT Stáloluokta |
| 5 | Stáloluokta | Duottar | 19 | BLT Duottar |
| 6 | Duottar | Darreluoppal | 11 | BLT Darreluoppal |
| 7 | Darreluoppal | Såmmarlappa | 16 | STF Fjällstugan Såmmarlappa |
| 8 | Såmmarlappa | Tarrekaise | 13 | STF Fjällstugan Tarrekaise |
| Tarrekaise | Njunjes | 6 | SFT Fjällstugan Njunjes | |
| 9 | Njunjes | Kvikkjokk (Bootsanleger) | 13 | STF Fjällstation Kvikkjokk |
| Summe | 141 |
Etappenbeschreibung
Gisuris - Låddejåhkkå
23km
350m
365m
Der Weg verlässt die Gisuris-Hütte und führt entlang einiger Moränen. Schon bald erreicht man eine offene Heidelandschaft. Ein Blick zurück zum Áhkká lohnt sich. Vorbei an der Sameviste Kutjaure der Sirges Sameby, wo es mitunter geräucherten Fisch zu kaufen gibt, geht es weiter am Vuojatädno entlang. Der Weg passiert die 100 Meter lange Hängebrücke Sáluhávrre. Die Heideflächen sind inzwischen Weidengestrüpp gewichen. Der Wanderweg steigt langsam am Bergrücken des Loadásj an und bietet weite Blicke über den Vastenjaure bis nach Norwegen. Schließlich steigt der Weg steil ab und erreicht die Låddejåhkkå-Hütte am Nordufer des Låddejåhkå. Kurz vor der Hütte wird ein Rentierzaun durch eine Pforte durchschritten, der die Weidegebiete der Sirges und Jåhkågaska Tjiellde Samebyar voneinander trennt.
Låddejåhkkå - Arasluokta
13km
426m
420m
Nach einem langen Vortag steht eine kürzere Etappe über die Sommerweiden der Jåhkågaska Tjiellde Sameby. Abseits der Flussläufe im Tal ist das Kalfjäll von Heidekrautgewächsen geprägt. Das Gebiet gehört zu den Sommerweiden Jåhkågaska Tjiellde Samebyar. Der Wanderweg quert östlich der Hütte die Schlucht des Låddejåhkkå. Es folgt der 300 Höhenmeter hohe Aufstieg zum Pårka-Pass. Oben angekommen erwarte den Wanderer eine große Ebene mit einem Feuchtgebiet im Grund. Ein Blick zurück zu den Bergen des nördlichen Sarek lohnt sich. Der Abstieg hinab ins Tal des Miellädno ist genauso steil und bietet schäne Ausblicke über den Virihávrre zu den Bergen in Norwegen.
Ein 57 Meter lange Hängebrücke führt ans andere Ufer des mächtigen Miellädno. An der Westflanke des Áras entlang erreicht der Padjelantaleden schliesslich die Arasluokta-Hütte am Rande der Sameviste.
Arasluokta - Stáloluokta
11km
316m
300m
Von der Hütte führt der Wanderweg am Árasjåhkå nach Osten zur Brücke und dem Rentierzaun, hinter dem die Sommerweiden der Tuorpon Sameby beginnen. Der heutige Tag ist geprägt von immer neuen Ausblicken auf den Virihávrre (Virihaure). Auch ein Blick nach oben kann sich lohnen, denn Steinadler segeln hier lautlos durch die Lüfte. Nach einem kräftigen Anstieg führt der Pfad an der Westflanke des Stuor Dijdder entlang. Tief unten liegt die Halbinsel Dijddernjárgga. Der Abstieg ins unscheinbare Tal Dijddervágge mit seinen kleinen Seen läutet den zweiten Teil der Etappe ein. Am Unna Dijdder nimmt der Birkenbewuchs zu und das Gelände wird steiler und sumpfiger. Mit einigen Abstand werden die ersten Häuser von Stáloluokta passiert. Die Hütte befindet sich am Abfluss des Luoppal. Nicht weit entfernt steht die große Kyrkkåta.
In Stáloluokta gibt es im Sommer einer Kiosk der Sameby. Täglich sind zudem Ritsem und Kvikkjokk per Hubschrauber aus erreichbar.
Stáloluokta - Duottar
19km
490m
190m
Von Stáloluokta verlässt der Wanderweg das Ufer des Virihaure und führt südlich um den Luoppal entlang. Nach dem sich Nordkalottleden und Padjelantaleden getrennt haben, geht es nach Osten. Stetig bergan führt der Weg ins karge Hochfjäll. Der Weg ist geprägt von weiten Ausblicken, steinigen Abschnitten und einer rauen, hochalpinen Atmosphäre. Die hügelige Landschaft wird im Süden vom Bergmassiv Kierkevare dominiert. Der Weg nähert sich dem Råtokjåkkå an und erreicht schliesslich die Furt am Seeabfluss des Tsiekkimjávrre, an dessen Ostufer die Duottar-Hütte steht.
Råtokjåkkå am Tsiekkimjávrre und an der Hütte
Duottar - Darreluoppal
11km
118m
317m
Von der Duottar-Hütte queren wir das Hochplateau weiter Richtung Südosten. Zwischen Gieddoajvejárátja- und Gårråjávrátja-Seen gibt es eine Furt. Nach rund zwei weiteren Kilometern beginnt der steile Abstieg zum Vássjájåhkå. Auf der anderen Seite der Brücke liegt die Darreluoppal-Hütte auf einen kleinen Zipfel des Sarek Nationalpark. Hier am Hüttenplatz vereinigen sich Vássjájåhkå und Riggoajvejåhkå zum See Darreluoppal und verlassen ihn als Darrejåhkå. Der Fluß wird uns auf den letzten drei Etappen begleiten.
Zwischen Gieddoajvejárátja- und Gårråjávrátja
Darreluoppal - Såmmarlappa
16km
170m
340m
Von der Darreluoppal-Hütte folgen wir dem Darrejåhkå flussabwärts. Die Heidekrautgewächse nehmen mit jedem Höhenmeter ab und werden durch Feuchtwiesen, Birken und Weidengestrüpp verdrängt. Durch die vielen kleinen Zuflüsse wird der Fluss breiter und wechselt seinen Namen zum Darreädno (Tarreädno). An der Brücke über dem Fluss aus dem Slihtavágge verlassen wir den Padjelanta Nationalpark und wechseln in das Pärlälvens Fjällurskog Naturreservat. Das Tarradalen wird nun enger mit steilen Bergwänden auf beiden Seiten. Fjällbirkenwald und Feuchtwiesen gestalten die Zeltplatzsuche schwierig. Die Etappe endet an der STF Såmmarlappa-Hütte, welche wunderschön am Ufer des Darreädno liegt und eine kleine Butik hat.
Såmmarlappa - Tarrekaise - Njunjes
19km
260m
300m
Von Såmmarlappa geht es weiter an den steilen Felswänden des Tarrekaisemassiv entlang durch den Birkenwald. Wer Glück hat kann hier im Tarradalen Elche entdecken. Vor allem in der Dämmerung halten sie sich in den Sumpfflächen auf. Kurz bevor der Padjelantaleden und der Nordkalottleden wieder aufeinander treffen muss der Fluß aus dem Bádurgårsså gequert werden. Dann ist die Abzweigung des Nordkalottleden nach Pieskehaure und damit die Hälfte der Etappe erreicht. Von hier sind es noch 3 Kilomter bis zur Tarrekaise-Hütte, welche unweit des Darrávrre gelegen ist. Ab nun ist vom Fluss mehr zu sehen. Oben in der Felswand des Ruŋkatjåhkkå liegt der samische Opferplatz Basseuksa (heilige Tür). Während sich der Darreädno über die Stromschnellen Njoammelgårttje in die tiefe stürzt, steigt der Wanderweg noch einmal kräftig und führt auf eine Bergnase. Anschliessend geht es steil durch den Birkenwald wieder hinab zum Flussufer, wo die Njunnes-Hütte steht.
Fluß aus dem Bádurgårsså
Njunjes - Kvikkjokk
13km
70m
200m
Auf schmalen Pfad führt der Padjelantaleden weiter durch das Tarradalen nach Njunes. Zwischen den Siedlungen Njunjes und Bäcken gibt es inzwischen einen Fahrweg, so dass es schnell vorwärts geht. Kurz hinter Bäcken zwängt sich der Darreädno durch enge Felsen. Birkenwald und Sumpfflächen wechseln sich nun ab. Erst kurz vor der Brücke über den Vállejåhkå nähert sich der Wanderweg wieder dem Darreädno, der hier über Kiesbänke fließt. Ein Hinweisschild für den Bootstransfer am Vállejåhkå kündigt den Endspurt für die letzten zwei Kilometer an. Auf einem schmalen Pfad geht es zum Bootsanleger in Bobäcken, von wo das Boot nach Kvikjokk abfährt.
Bootsanleger Padjelantaleden Bobäcken - Kvikkjokk
Laponia


