Anreise ins Wandergebiet
Die Anreise in die skandinavischen Wandergebiete ist lang und so gehen dafür schon mal ein bis zwei Tage drauf. Von Hamburg bis zum nördlichen Startpunkt des Kungsledens im schwedischen Abisko sind es rund 1700 Kilometer Luftlinie. Zum Jotunheimen Nationalpark in Südnorwegen auch noch rund 900 Kilometer Luftlinie. Strecken, die man nicht mal eben im Auto macht.
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Mit Bus und Bahn kommt man fast überall hin. Von Stockholm aus fährt der Nachtzug in 16 bis 18 Stunden über Boden und Kiruna nach Abisko am nördlichen Ende des Kungsleden und endet schließlich in Narvik. Im Sommer mischen sich unter die wenigen Einheimischen viele schwer bepackte Wanderer mit Rucksäcken so groß wie Kühlschränke. Die wichtigsten Einstiegspunkte der Fernwanderwege sind während der Sommersaison mit Bus und Bahn erreichbar.
Eine Herausforderung sind die im Sommer stattfindenen Bauarbeiten an der Strecke der Malmbanan (Luleå–Narvik). Die Modernisierung ist notwendig, führt aber im Wandersommer zu Lücken im Fahrplan.
Auskunft
Für die Reiseplanung mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln eignen sich die folgenden Webseiten:
- Resrobot
Reiseplaner für Schweden - Entur
Reiseplaner für Norwegen - Rome2Rio
So kommst du per Flugzeug, Bahn, Bus, Fähre und Auto überall hin
Bahn und Bus
In meinen Schweizer Jahren begann die Reise nach Lappland mit einem frühen Flug nach Stockholm. Von dort fuhr ich mit dem Bus oder Zug zum Hauptbahnhof, um Kochergas und einige Lebensmittel in Stockholm einzukaufen. Noch am selben Abend stieg ich in den Nachtzug Richtung Norden.
Im 3er Schlafwagen kann ich gut schlafen und die Vorfreude steigt mit jedem Zugkilometer. Am frühen Nachmittag des Folgetages erreichte ich den Startpunkt meiner Trekkingtour und konnte direkt loswandern.
Seit ich wieder in Hamburg wohne, ist Skandinavien zwar viel näher, aber die Anreise nicht unbedingt einfacher geworden. Die wenigen Direktflüge finden zu ungünstigen Zeiten statt und ich sehe keinen Sinn darin, von Hamburg über Frankfurt oder gar Zürich nach Stockholm zu fliegen. Was bleibt sind Bus und Bahn für den ersten Teil der Reise.
Die Wandersaison im hohen Norden ist kurz und wenn die Hütten geschlossen haben ist der Busfahrplan ausgedünnt. Der einzige Linienbus am Tag kann dann der Schulbus sein. Ich sage nur: Kvikkjokk Kyrkan Abfahrt 5:25. Auch Fährdienste entlang der Wanderwege stellen ihren Dienst dann ein.
Zu beachten sind die Feiertage in Schweden, an denen die lokalen Busse oft nicht fahren.
Fliegen
Aufgrund der großen Entfernung ist eine Anreise mit dem Flugzeug naheliegend. Oft erfolgt in Stockholm oder Oslo ein Umstieg auf einen Inlandsflug, sodass die Ankunft am Zielflughafen erst am Nachmittag oder Abend erfolgt.
Da ein Durchchecken des Gepäcks nicht immer möglich ist, muss genügend Zeit für den Terminalwechsel und das erneute Einchecken des Gepäcks eingeplant werden.
Bei der Anreise mit dem Flugzeug gibt es zwei Nachteile. Einerseits ist das Gewicht des Rucksacks auf 20-23 kg beschränkt und andererseits dürfen keine Gaskartuschen oder brennbaren Flüssigkeiten mitgenommen werden. Wer einen Kocher dabei hat, muss den Brennstoff also nach dem Flug kaufen. Es empfiehlt sich, dies so früh wie möglich zu erledigen, statt sich auf einen Verkauf am Etappenstart zu verlassen.
Für mich hat sich während meiner Schweizer Jahre die Kombination von Flug und Nachtzug bewährt. Ich bin mit dem Frühflug von Zürich nach Stockholm geflogen, habe tagsüber die Stadt besichtigt, Gaskartuschen gekauft und bin am Abend mit dem Nachtzug in den Norden gefahren. Das Gleiche gilt für Südnorwegen. Ein Frühflug nach Oslo, vormittags Oslo ansehen und einkaufen (nicht Sonntags!) und am frühen Nachmittag weiter mit dem Fernbus ins Wandergebiet.
Gibt es einen Direktflug vom Heimatflughafen ins Wandergebiet nach Bergen, Bodø, Tromsø oder nach Umeå, Kiruna, dann ist der Flug häufig eine günstige und schnelle Alternative.


