Von Skelde Kobbelskov nach Gammelmark
Am Morgen scheint die Sonne ins Zelt und so wache ich früher auf als ich eigentlich wollte. Mein heutiges Tagesziel der Übernachtungsplatz mit Shelter in Dybbøl ist nur 11 Kilometer entfernt. Nach den Erfahrungen der letzten Tage muss ich jede Picknickbank mitnehmen. Der nächste Platz in Klintinghoved ist mit mit 21 Kilometern für mich zwar auch erreichbar, aber es wären dann 16 Kilometer bis Skovby übrig geblieben. Da ich dort am liebsten gegen Mittag mit dem Bus abfahren möchte, entschied ich mich für die Aufteilung in drei Tage mit Übernachtung in Dybbøl und Høruphav.
Ich fühstücke gemütlich und packe ein und verlasse den schönen Platz um 9:00 Uhr. Es geht durch den Skelde Kobbelskov nach Norden. Über schmale Strassen erreiche ich die Bucht mit dem Broager Strand Camping in Spar-Es. Der erste Picknicktisch am Strand ist meiner. Um 10:15 habe ich mich zum Campingplatz vorgearbeitet. Hier gibt es eine schöne öffentliche Toilette. Die Rezeption mit kleinen Kiosk hat leider nur bis 10 Uhr offen und so muss ich auf das Eis verzichten.
Direkt hinter dem Campingplatz führt der Wanderweg oberhalb des Steilufers Stensigmose Klint. Auf rund einen Kilometer länge erhebt sich die Küste bis zu 25 Meter. Es bestehen aus drei Tonschichten aus Saale-Eiszeit, dem Eem-Interglazial und der Weichsel-Eiszeit mit marinen und ozeanischen Sedimenten. Von oben schimmter das Meer bläulich und der Strand lädt zum Baden ein, wenn es wärmer wäre. Schon bald steigt der Gendarmenpfad wieder zur Küste ab.
Nach einem kuezen Strandstück teffe ich auf einen Wegweiser zur den Kanonstillinger. Da ich Zeit habe und neugierig bin folge ich dem Pfeil. Er führt mich wieder hoch auf die Klippe Broager Dæk und wenig später stehe ich auf dem Platz, von dem preussischen Kanonen in der Schlacht zwischen Preussen und Dänemark 1864 die dänischen Stellungen der Düppeler Schanzen auf der anderen Seite der Vemmingbunder Bucht beschossen.
Neben der Aussicht auf die andere Seite der Bucht mit meinem Tagesziel, gibt es eine schöne Rasenfläche und eine Bank. Es ist kurz vor 12 Uhr und ich beschliesse hier meine Mittagspause zu machen. Ich esse Aisanudeln und mache mich auf meiner Isomatte lang. So ohne Wind knallt die Sonne ganz gut.
Zurück auf dem Gendarmstien erreiche ich wenig später den Campingplatz Gammelmark Strand Camping. Hier endet die Krähe-Etappe und die Strand-Etappe beginnt.
Von Gammelmark nach Dybbøl
Vom Campingplatz in Gammelmark führt der Gendarmstien einmal um die Vemmingbunder Bucht. Genau gegenüber liegt der Shelter mit Zeltplatz Dybbøl Banke. Ich folge einem Feldweg, der mich zu einem Haffsee führt. Von hier geht es nun die nächsten 2½ Kilometer am Strand entlang. Der schmale Abfluss des Haffsees lässt sich einfach queren. Im folgenden wird der Strand felsiger und Äste von Bäumen reichen bis ans Ufer. Aber auch hier gibt es kein Problem trockenen Fusses vorbei bzw unter durch zu kommen.
Langsam nähere ich mich den ersten Häusern von Vemmingbund. Der Ort besteht vor allem aus Ferienhäusern. Nächstes Ziel ist die Toilette, wo ich wieder Wasser für den Abend auffüllen muss. Ich sehe einen Parkplatz und verlasse das Ufer mit dem feuchten festen Sand. Allerdings steht das Häuschen erst am nächsten Parkplatz. Es gibt sogar eine Picknickbank mit Windschatten und Sonne. An dieser Toilette gibt es aussen einen Wasserhan zum Aufüllen der Flaschen.
Es ist schon 15 Uhr als ich mich von dem Ort verabschiede. Weiter geht es am Strand nördlichen Ortsende. An den letzten Häusern verlässt der Gendarmenpfad den Strand und führt wieder oberhalb des Steilufers entlang. Wenig spät zweigt ein Weg nach Ny Frydendal ab. Dort gibt es einen Eisladen, der sich wohl hinter dem Einkaufskorb-Schild versteckt. Bis zum Supermarkt in Dybbøl ist es deutlich weiter als die angezeigten 900 Meter.
Mich zieht es aber ohne Umwege weiter. Ich erreiche den vogelreichen See Viemose, der durch eine dünne Landzunge vom Meer getrennt ist. Hier kommt man bequem an den Strand, während der See hinter einem Viehzaun liegt. Von der Rindern ist jedoch nicht zusehen. Ich passiere noch ein Feld und dann erreiche ich den Übernachtungsplatz. Im ersten Augenblick, denke ich es ist niemand da. Eine grosse Wiese mit Löwenzahn, einen Picknicktisch und dazu eine Feuerstelle für mich alleine. Als ich den Windschutz inspiziere treffe ich auf einen Deutschen. Wir unterhalten uns ein bisschen, dann baue ich mein Zelt nahe des Picknicktisches auf. Dort sollte ich Morgensonne haben. Nach der Arbeit gibt es etwas Gebäck mit Blaubeersuppe.
Da es noch zu früh fürs Abendessen ist gehe ich zum Strand am Viemose und laufe diesen unterhalb des Steilufers etwas entlang. Als ich zurückgehe kommt mir zu meiner Überraschung der Deutsche entgegen, das sich überlegt hat nun doch abzubrechen und sich in Vemmingbund abholen läßt. Ich habe den Platz also für mich alleine. Bis auf ein paar Spaziergänger mit und ohen Hund, bleibe ich es aus. Nach dem Abendessen wird es schnell frisch und murmel mich in meinen Schlafsack. Als ich nachts aufstehe um auf Toilette zu gehen, erstrahlt am Windschutz eine Lichterkette. Ist doch noch jemand gekommen? Die Antwort kann bis morgen warten.




