Gendarmstien
Unterwegs auf dem Gendarmenpfad an der Flensburger Förde

5. Tag: Skelde Kobbelskov · Gammelmark · Vemmingbund · Viemose · Dybbøl

Von Skelde Kobbelskov nach Dybbøl

Von Skelde Kobbelskov nach Gammelmark

Skelde KobbelskovSkelde Kobbelskov

Die Sonne scheint am Morgen ins Zelt, sodass ich früher aufwache, als mir lieb ist. Mein heutiges Tagesziel, ein Übernachtungsplatz mit Shelter in Dybbøl, ist nur elf Kilometer entfernt. Nach den Erfahrungen der letzten Tage muss ich jede Picknickbank mitnehmen, um nicht zu früh am Zielort anzukommen. Der nächste, 21 Kilometer entfernte Übernachtungsplatz, Klintinghoved, wäre zwar auch erreichbar, aber dann blieben noch 16 Kilometer bis Skovby übrig. Da ich am liebsten schon gegen Mittag mit dem Bus von Skovby abfahren möchte, habe ich mich im Vorfeld für eine Aufteilung in drei Etappen mit Übernachtungen in Dybbøl und Høruphav entschieden.

Im Skelde KobbelskovIm Skelde Kobbelskov

Nach einem gemütlichen Frühstück packe ich meine Sachen und verlasse den schönen Platz um 9 Uhr. Es geht durch den Skelde Kobbelskov nach Norden. Über schmale Straßen erreiche ich die Bucht mit dem Broager Strand Camping in Spar-Es. Der erste Picknicktisch am Strand ist mein. Um 10:15 Uhr erreiche ich den Campingplatz. Hier gibt es eine schöne öffentliche Toilette. Die Rezeption mit dem kleinen Kiosk hat leider nur bis 10 Uhr geöffnet, sodass ich wegen meiner Bummelerei auf das Eis verzichten muss.

Stensigmose KlintStensigmose Klint

Direkt hinter dem Campingplatz verläuft der Wanderweg oberhalb des Steilufers Stensigmose Klint. Auf einer Länge von rund einem Kilometer erhebt sich die Küste bis zu 25 Meter. Die Steilküste besteht aus drei Tonschichten aus der Saale-Eiszeit, dem Eem-Interglazial und der Weichsel-Eiszeit, die marine und ozeanische Sedimente enthalten. Von oben schimmert das Meer bläulich und der Strand lädt zum Baden ein, wenn es wärmer wäre. Schon bald steigt der Gendarmenpfad wieder zur Küste hinab.

Strand am Broager DækStrand am Broager Dæk

Nach einem kurzen Strandstück treffe ich auf einen Wegweiser zu den Kanonstillinger. Da ich Zeit habe und neugierig bin, folge ich dem Pfeil. Er führt mich wieder hoch auf die Klippe Broager Dæk und wenig später stehe ich auf dem Platz, von dem preussischen Kanonen in der Schlacht zwischen Preussen und Dänemark 1864 die dänischen Stellungen der Düppeler Schanzen auf der anderen Seite der Vemmingbunder Bucht beschossen.

Broager DækBroager Dæk

Neben der Aussicht auf die andere Seite der Bucht, wo sich mein Tagesziel befindet, gibt es eine schöne Rasenfläche und eine Bank. Es ist kurz vor 12 Uhr und so ich beschliesse hier meine Mittagspause zu machen. Ich esse wieder asiatische Nudeln und lege mich auf meine Isomatte. Ohne Wind knallt die Sonne ganz schön.

Zurück auf dem Gendarmstien erreiche ich wenig später den Campingplatz Gammelmark Strand Camping. Hier endet die Krähe-Etappe und die Strand-Etappe beginnt.

Von Gammelmark nach Dybbøl

Am HaffseeAm Haffsee

Vom Campingplatz in Gammelmark aus führt der Gendarmstien einmal um die Vemmingbunder Bucht. Genau gegenüber liegt der Shelter mit dem Zeltplatz Dybbøl Banke. Ich folge einem Feldweg, der mich zu einem Haffsee führt. Von hier aus geht es die nächsten 2½ Kilometer am Strand entlang. Der schmale Abfluss des Haffsees ist leicht zu queren. Im Folgenden wird der Strand felsiger und Äste von Bäumen reichen bis ans Ufer. Aber auch hier gibt es kein Problem, trockenen Fußes vorbeizukommen bzw. unter den Ästen durchzugehen.

Vemmingbunder Bucht
Vemmingbunder Bucht

Vemmingbunder StrandVemmingbunder Strand

Langsam nähere ich mich den ersten Häusern von Vemmingbund. Das ehemalige Fischerdorf besteht heute vor allem aus Ferienhäusern. Mein nächstes Ziel ist die Toilette, wo ich Wasser für den Abend auffüllen muss. Ich sehe einen Parkplatz und verlasse den feuchten, festen Sandstrand. Allerdings steht das Häuschen erst am nächsten Parkplatz. Es gibt sogar eine Picknickbank, die sowohl Windschatten als auch Sonne bietet. An dieser Toilette gibt es außen einen Wasserhahn, sodass ich die Flaschen bequem auffüllen kann.

GendarmstienGendarmstien

Es ist bereits 15 Uhr, als ich mich von dem Ort verabschiede. Weiter geht es am Strand bis zum nördlichen Ortsende. An den letzten Häusern verlässt der Gendarmenpfad den Strand und führt wieder oberhalb des Steilufers entlang. Kurz darauf zweigt ein Weg nach Ny Frydendal ab. Dort gibt es einen Eisladen, der sich hinter dem Schild mit dem Einkaufskorb versteckt. Bis zum Supermarkt in Dybbøl ist es deutlich weiter als die angezeigten 900 Meter.

ViemoseViemose

Mich zieht es aber ohne Umwege weiter. Ich erreiche den vogelreichen See Viemose, der durch eine dünne Landzunge vom Meer getrennt ist. Hier kommt man bequem an den Strand, während der See hinter einem Viehzaun liegt. Von der Rindern ist jedoch nicht zusehen. Ich passiere noch ein Feld und dann erreiche ich den Übernachtungsplatz. Im ersten Augenblick, denke ich es ist niemand da. Eine große Wiese mit Löwenzahn, einen Picknicktisch und dazu eine Feuerstelle für mich alleine. Als ich den Windschutz inspiziere treffe ich auf einen Deutschen. Wir unterhalten uns ein bisschen, dann baue ich mein Zelt nahe des Picknicktisches auf. Dort sollte ich Morgensonne haben. Nach der Arbeit gibt es etwas Gebäck mit Blaubeersuppe.

Übernachtungsplatz Dybbøl BankeÜbernachtungsplatz Dybbøl Banke

Da es noch zu früh fürs Abendessen ist, gehe ich zum Strand am Viemose und laufe etwas unterhalb des Steilufers entlang. Als ich zurückgehe, kommt mir zu meiner Überraschung der Deutsche entgegen. Er hat sich nun doch entschieden, abzubrechen und sich in Vemmingbund abholen zu lassen. Ich habe den Platz also für mich allein. Bis auf ein paar Spaziergänger mit und ohne Hund, bleibe ich es aus. Nach dem Abendessen wird es schnell frisch und ich murmel mich in meinen Schlafsack. Als ich nachts aufstehe, um auf die Toilette zu gehen, erstrahlt am Windschutz eine Lichterkette. Ist doch noch jemand gekommen? Die Antwort kann bis morgen warten.

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