Gendarmstien
Unterwegs auf dem Gendarmenpfad an der Flensburger Förde

2. Tag: Kollund Skov · Kollund · Sønderhav · Rønshoved · Sandager · Windschutz Sandager

Vom Kollund Skov zum Windschutz Sandager

Von Kollund Skov nach Sønderhav

Kollund Skov TeltpladsKollund Skov Teltplads

Kurz nach sechs Uhr wache ich auf. Auch heute soll es wieder richtig warm werden, weshalb ich aufstehe. Mein Ziel ist heute der Shelter Sandager, wo ich hoffe, einen Platz zu ergattern. Dort ist Zelten nicht erlaubt und in der Umgebung gibt es keine einfachen Zeltplätze. Als Alternative bleiben mir nur der Campingplatz Lærkelunden oder der Shelter im Alnor Strandpark. Später wird mir außerdem der Nybøl Nor Naturlejrplads empfohlen, der abseits des Gendarmstien im Skodsbøl Skov nordöstlich von Egernsund liegt. Um halb acht verlasse ich den schönen Platz im Kollunder Wald.

Im Kollund SkovIm Kollund Skov

Der Gendarmstieg führt weiter durch den wunderschönen Kollunder Wald. Vorbei an einem Gedenkstein für Dr. Ernst Maria Großheim, der sich 1872 für den Erhalt des Waldes einsetzte, erreiche ich den zweiten Shelterplatz. Hier können Plätze reserviert werden, sodass man bis 20 Uhr einen Platz sicher hat. Es ist viel Betrieb und es stehen auch einige Zelte hier. Der Platz scheint besonders bei Radfahrern beliebt zu sein. Neben einer Komposttoilette gibt es auch einen normalen Wasserhahn, an dem ich Wasser auffüllen kann.

Kollunder StrandKollunder Strand

Kurz darauf erreiche ich die ersten Häuser von Kollund. Die Wegmarkierung leitet mich sicher durch den Ort. Vorbei am kleinen Privatkrankenhaus Kollund und einigen Hunden, die Gassi geführt werden, erreiche ich den schönen Pausenplatz Kollund Strand. Hier hätte ich spätestens Wasser auffüllen können. Die ersten 2½ Kilometer sind geschafft. Zeit für die erste kurze Pause. Ich esse etwas und genieße die Aussicht, während eine größere Gruppe Trailrunner vorbeiläuft.

Zeltplatz Waldeck SkovZeltplatz Waldeck Skov

Der Wanderweg führt zunächst zwischen Meer und Straße entlang, bevor er das Ufer verlässt. Nach einigen Metern auf der Straße biegt er vor dem Campingplatz DCU Camping Kollund auf einem schmalen Pfad ab. Entlang des Campingplatzes gelange ich zum Østerskovvej. An schmucken Häusern vorbei erreiche ich den Wald Dyrehave in Kollund Østerskov. Kurz hinter der Waldgrenze führt rechts ein Weg zu einem weiteren Übernachtungsplatz, auf dem man für maximal zwei Nächte zelten darf. Als ich mir den Platz Waldeck Skov anschaue, treffe ich auf einen Deutschen, der in Skovby angefangen ist. Weiter hinten schläft noch jemand. Ich erfahre, dass ich in Rønshoved Wasser bekommen kann. Das ist meine letzte Möglichkeit, bevor ich zum Shelter komme.

Hotdog in SønderhavHotdog in Sønderhav

Ich wandere weiter auf dem Østerskovvej, der mich kurz vor Sønderhav wieder an die Ostsee führt. Kurz vor dem Ende der Berg-Etappe wartet Annies Kiosk auf mich. Der weit über die Grenze hinaus bekannte Imbiss ist eigentlich ein Pflichtstopp. Aber hat er morgens um 10:15 Uhr schon geöffnet?

Während ich an der Straße Fjordvej entlanggehe, steigt meine Hoffnung, denn die Tür ist offen, und auf dem Parkplatz stehen auch einige Autos. Wenig später sitze ich mit Hotdog und Cola an einem der Picknicktische, umgeben von anderen Wanderern mit großen Rucksäcken.

An der Küste entlang nach Rønshoved

Sønderhav StrandSønderhav Strand

Gut gestärkt setze ich meine Wanderung fort. Am Sønderhav Strand beginnt die zweite Etappe des Gendarmstien mit den Namen Ziegel-Etappe. Hier gibt es auch wieder eine öffentliche Toilette zum Trinkwasser fassen. Da es aber nur noch zwei Kilometer bis zur nächsten Gelegenheit sind und ich noch genug Wasser dabei habe, verzichte ich auf einen Tankstopp.

OchseninselnOchseninseln

Der Küste vorgelagert sind die Ochseninseln Lille Okseø und Store Okseø. Der Wanderweg führt direkt an der Küste entlang. Da zwischen Meer und Straße nicht viel Platz ist, führt der Weg hinauf zu einem Rastplatz an der Straße. Anschließend verlässt der Weg die Straße wieder und führt zum kleinen Strand von Rønshoved.

An der öffentlichen Toilette in Rønshoved stehen eine Bank und ein Picknicktisch. Der Rastplatz liegt direkt neben dem Rønshoved Skolehjem, einem Kinderheim für Pflegekinder. Es ist erst 11:20 Uhr, eigentlich zu früh für eine Mittagspause.

Rønshoved StrandRønshoved Strand

Da dies jedoch die letzte Gelegenheit für Trinkwasser ist, möchte ich hier meine Mittagspause machen. Am Picknicktisch sitzt ein einzelner dänischer Soldat. Als er aufsteht, wechsle ich von der Bank zum Tisch. Im Windschatten des Toilettengebäudes koche ich Asia-Nudeln und Tee. Neben vielen Radfahrern marschieren auch dänische Soldaten mit großer Flagge vorbei. Die Sonne knallt schon wieder vom Himmel. Ich fülle diesmal alle Behälter auf und komme so auf drei Liter Wasser. Das sollte trotz der Hitze bis zum Shelter Sandager und für den morgigen Vormittag reichen.

Von Rønshoved zum Shelter Sandager

Knudsmade StrandKnudsmade Strand

Gegen 12:30 wandere ich weiter. Ich passiere die Rønshoved Højskole und erreiche bald darauf wieder das Ufer der Förde. Eine leichte Brise bringt willkommene Kühle. An der Knudsmade Salzwiese (Knudsmade Strandeng) lädt eine steinerne Bank mit Blick auf die Bucht zum Verweilen ein. Auf der anderen Seite der Bucht wartet der Golfplatz des Benniksgaard Golf Klubs auf mich. Ich kann ihn passieren, ohne von fliegenden Objekten getroffen zu werden. Am Steilufer finde ich die ersten Ziegelsteine, die der Etappe ihren Namen geben. Der gesamte Strand besteht aus rötlichen und ockerfarbenen Ziegelsteinen, deren Kanten durch Wasser und Zeit rund geschliffen wurden.

Ziegelsteinstrand
Ziegelsteinstrand

Ich folge der Küste und komme zunächst zum See Helligsø und wenig später zur kleinen Siedlung Sandager. Der Gendarmenpfad führt auf dem Sandagervej an Ferienhäusern vorbei. Nach weiteren 500 Metern am Ufer entlang zweigt der Gendarmstien ins Landesinnere ab. Kurz ist die Kläranlage zu sehen, dann verschwindet sie wieder hinter dichtem Buschwerk.

Uferweg nördlich von SandagerUferweg nördlich von Sandager

Und dann stehe ich auf einem kleinen Schotterplatz, der als Parkplatz und Vorplatz des Shelters dient. Hier stehen PKWs und ein Wohnmobil, der Windschutz Sandager ist jedoch noch leer. Der Platz selbst ist nicht sehr schön, aber der Shelter ist in Ordnung. Von der Kläranlage ist nichts zu sehen oder zu riechen.

Shelter SandagerShelter Sandager

Damit steht meine Unterkunft für die Nacht fest. Ich wähle die linke Seite und packe den Kocher aus. Es ist erst 13:15 Uhr, eigentlich etwas früh für den Nachmittags-Cappuccino. Es dauert nicht lange, und ein weiterer Wanderer trifft ein. Er kommt ebenfalls aus Hamburg und hat die Nacht in Waldeck Skov verbracht. Glücklicherweise leert sich der Parkplatz. Als am frühen Abend noch ein Rennradfahrer aus Kiel ankommt, steht nur noch ein Wohnbus aus der Schweiz da. Der Kieler erzählt uns, dass der nächste Shelter im Alnor Stadtpark voll belegt ist.

Wir haben bereits zu Abend gegessen, als meine Nachbarn von letzter Nacht ebenfalls eintreffen. Zu fünft wird es etwas kuschelig, aber es geht. Bei der Frage nach Wasser müssen wir allerdings passen. Sie wandern schließlich mit dem Ziel Skodsbøl Skov weiter, einem einfachen Zeltplatz nordöstlich von Egernsund. Der Wetterbericht für morgen ist weiterhin regnerisch. Die verschiedenen Anbieter sind sich nicht einig, wann es genau regnen soll, aber ab Abend ist laut allen Vorhersagen mit Starkregen zu rechnen.

Abendstimmung in der Bucht von Sandager
Abendstimmung in der Bucht von Sandager

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