2026 Nordische Grenzwege
Grenzwanderung entlang der schwedisch-norwegischen Grenze

7. Tag: Skájdevárre · Furt Skájdejåhkå · Pass am Jiegŋajávrásj · Furt des Rikkekjåhkå · Furt Zufluss Sårgåjávrre

Am Rikkek vorbei

Zur Furt des jungen Skájdejåhkå

Ich wache gut ausgeruht früh auf. Der Blick aus dem Zelt hebt gleich die Stimmung. Es gibt zwar eine dünne Wolkenschicht, aber nach Regen sieht es nicht aus. Zum Frühstück gibt es heute Süsskartoffeln mit Apfel und Zimt und aufgepimmt mit Mandeln. Ich komme schon um 8:30 los und wenn alles klappt habe ich heute alle drei Flussquerungen absolviert. Bis zur ersten sind es noch fast genau zwei Kilometer. Ich steige wieder zum Weg auf. Meine Nachbarn sind auch gerade am Packen als ich sie passiere. Wir winken kurz, sie werden mich vermutlich bald einholen. Der Weg steigt etwas an und führt auf eine Bergnase um dann wieder zur Furt des Skájdejåhkå abzusteigen.

Der Skájdejåhkå kann an der Mündung in den See P 656 gequert werden. Ich steige ab und begutachte die Möglichkeiten. Es würde fasst in meinen Wanderschuhen gehen, aber mit dem schweren Rucksack und meiner kurzen Schrittlänge fehlen mir oft einige Zentimeter um sicher trocken ans andere Ufer zu kommen. Ich entscheide mich für die Crocs, denn das Wasser ist nicht besonders tief. Meine Nachbarn kommen dazu und versuchen es in Schuhen. Die Frau zögert auch an den Stellen, an denen ich bedenken hatte, kommt aber trocken rüber. Ich folge und gehe in den Crocs etwas anders, aber auch hier ist das Wasser maximal 30 Zentimeter tief. Während ich die Schuhe wieder wechsel entschwinden die beiden zum Aufstieg zum felsigen Pass am Jiegŋajávrásj.

Über den Pass am Jiegŋajávrásj

Der Aufstieg erfolgt durch eine Rinne mit einem kleinen Bachlauf. Die Erhebungen links und rechts bestehen aus blanken Felsen. Der Pfad führt über Heidekrautgewächse. Im oberen Bereich liegen einige Steine und Steinmännchen helfen die richtige Route zu finden. Dann sind die 100 Höhenmeter geschafft. Während ich mich gestern kaputt gefühlt habe, geht es heute recht schnell. Oben erwarten mich überwiegend schroffe Felsen. Bei trockenen Wetter gehe ich sehr gerne über selbige. Und trotz das viele Steine herumliegen, ist der Weg mit den Steinmännchen gut zu finden. Bei inszwischen strahlend blauen Himmel liegt vor mir der Bjørntoppen, an dessen Fuß der Bjørnvatnet mit der Røysvatn-Hütte liegt. In der Ferne ist der Gipfel des Ippočohkka zu sehen. Als ich den Sårgåjávrre erblicke, kann ich sogar den schneebedeckten Kebnekaise sehen.

Zeltplätze sind hier oben eher schwer oder gar nicht zu finden. Diese karge felsige Landschaft fasziniert mich immer wieder. Ich steige ab und nähere mich der Ostflanke der Erhebung P 997 mit der Grenzmarkierung Rr 249B. Das grün nimmt wieder zu. Mein Magen meldet sich, denn es ist eigentlich schon Zeit fürs MIttagessen. Die Pause will ich aber an der Furt am Rikkekjåhkå machen und schätze die Entfernung auf rund zwei Kilometer.

Zur Furt des Rikkekjåhkå

Bin ich eben noch über die flachen Felsen schnell voran gekommen, wird es nun mühsamer. Felsige Querrinnen erschweren das Vorwärtskommen. Es geht runter und rauf. Zum Glück ist das Wetter gut, sodass die Felsen trocken sind. Schaue ich nach vorne sind diese tiefen Rinnen kaum zu erkennen. Beim Blick nach Osten ind Richtung der Rinnen herrscht das grün dazwischen vor.

Wieder taucht eine Rinne auf, diesmal mit einem kleinen Wasserlauf. Bevor ich absteige, suche ich auf der Gegenseite die Wegmarkierung. Oberhalb der Felswand steht ein grosses Steinmännchen, da muss ich also hoch. Ich erkunde den besten Aufstieg. Bouldern mit 75l-Rucksack trifft es gut. In der Ferne kann ich die Gipfel des Áhkká und einige seiner Gletscher sehen.

Der Rikkek kommt in Sucht. Davor fliesst der Rikkekjåhkå, von dem ich jedoch noch nichts sehen kann. Über Felsen geht es nun bergab. Dann kann ich das erstemal das Wasser sehen und wenig später die Furtstelle. Davor geht es aber noch einmal steil die glatten Felsen hinunter. Das klare Wasser des Rikkekjåhkå plätschert dahin. Ich wechsel die Schuhe und quere direkt am Steinmännchen ans andere Ufer. Ich schätze die tiefste Stelle auf meinem rund 30 Meter langen Weg durchs Wasser auf 30 Zentimeter. Am anderen Ufer mache ich endlich Pause. Im Windschatten und in der Sonne ist es angenehm warm.

Am Rikkek entlang zu dritten Furt des Tages

Gut gestärkt mit Kartoffelpüree wandere ich um 15 Uhr weiter. Der Weg steigt an und dann kann ich auch schon in die tiefe Schlucht des Rikkekjåhkå blicken. Kurz unterhalb der Furtstelle stürzt der Fluss in einer 90°-Kurve über einen Wasserfall sich in einen Canyon und mümdet schliesslich in den Sårgåjávrre. Der Blick geht weit nach Osten und die weissen Gipfel des Áhkká leuchten mir entgegen. Wie schön es hier ist, wenn nicht alles im Einheitsgrau der Wolken verschwindet.

Das grün nimmt zu ein ich passiere eine Gruppe Rentiere auf, die mich ein Stück verfolgt. Weiterhin durchziehen Felsbänder in West-Ostrichtung das Gelände und damit verdunden ist ein stetiges auf und ab. An einem kleinen Blockfeld stöbere ich ein Familie von Schneehühnern auf. Immer wenn ich wegschaue bewegen sie sich ein stück vorwärts. Schaue ich wieder hin, erstarren sie in ihren Position und erhoffen Unsichtbarkeit durch ihr graues Federkleid.

Ich nähere mich dem Sårgåjávrre und damit der dritten Furt des Tages. Der namenlose Fluss vom Grenzstein Rr 250A kommend, mündet in den See und ist oft schwierig zu queren. Noch ist aber keine Fluss zu sehen. Über Felsen geht es steil bergab. Noch einmal zwischen Felsen entlang und dann kann ich den Fluss entlang Richtugn Westen blicken. Erfliesst recht flott. Stromschnellen und seeartige Verbreiterungen wechseln sich ab. Die offizielle Furt liegt rund 500 Meter oberhalb. Im Vorfeld hatte ich Berichte gelesen, dass einige den Fluss an einer Verbreiterung direkt hier queren. Von hier oben sieht es gut aus, aber ich müsste rund 50 Meter steil bergan um ans Ufer zu kommen. Ich überlege kurz, aber es sieht zu verlockend aus. An einer Felsstufe muss ich mich setzen und etwas rutschen, um mit den Füssen unten unten anzukommen und zack ist ein Loch in der Regenhose.

Beim Einfluss in die Verbreiterung gibt es eine Hauptströmung, die sich teilt. Auf meiner Seite strömt das Wasser in die Breite, während am anderen Ufer sich das Wasser des zweiten Arms am Ufer sammelt. Dort ist die Strömund am tiefsten. Ich beschliesse es zu versuchen und gehen an meiner Seite in einem Bogen über die Kiesbank, bis ich an der zweiten Hauptströmung lande. Nun könnte ich wieder flussaufwärts gehen, denn weiter oben fliesst ab Ufer weniger Wasser. Allerdings kann ich die Tiefe nicht abschätzen und versuches es gerade ans Ufer. Es sind keine zwei Meter mehr, das Wasser geht knapp über das Knie (ca. 60 Zentimeter) und ich habe bereits Schwierigkeiten die Wanderstöcke in der Strömung neu zu setzen. Der Stand ist aber gut und wenig später bin ich am Ufer angekommen.

Ich wechsel zurück in die Wanderschuhe und steige den steilen Hang hoch. Zeit einen Zeltplatz zu finden. Nur 200 Meter weiter werde ich fündig. Auch wenn ich ein paar mal im Kreis laufe bis ich etwas Ebenes ohne Erdhügel und Löcher finde. Ein Platz mit weiten Blick zum Sårgåjávrre und zum Áhkká. Um Viertel nach 19 Uhr steht das Zelt. Ein paar Mücken ziehen gleich ins Vorzelt ein. Mit Chilli-Con-Cane gibt es ein Gericht, das schnell zubereitet ist. Ehe ich mich versehe ist der Áhkká in den ausziehenden Wolken verschwunden. Das war es ersteinmal mit dem guten Wetter. Der Wetterbericht für morgen verspricht leichten Regen.

Karte
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Furt des Skájdejåhkå

Furt SkájdejåhkåFurt Skájdejåhkå

Die Furt des Skájdejåhkå Öffne in Lantmateriet.se Öffne in Opentopomap.org ist in der Regel problemlos. Direkt vor der Mündung in den See P 656 ist das Wasser nicht besonders tief und verteilt sich in der Breite. Im Sommer kann die Querung oft über Trittsteine erfolgen.

10.2026

Furt des Rikkekjåhkå

Furt des RikkekjåhkåFurt des Rikkekjåhkå

Die Querung des Rikkekjåhkå Öffne in Lantmateriet.se Öffne in Opentopomap.org gilt während der Schneeschmelze und bei starken Regenfällen als sehr schwierig. Im Sommer ist sie an der markierten Furt einfacher zu queren. Abseits davon gibt es teilweise tiefe Löcher. Ich hatte im trockenen Sommer 2026 nur eine Wassertiefe von ca 30 cm.

10.2026

Furt am Sårgåjávrre

Zufluss zum SårgåjávrreZufluss zum Sårgåjávrre

Der vom Grenzstein 250A herabfließende Zufluss in den Sårgåjávrre kann während der Schneeschmelze und bei starken Regenfällen ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Auch im Sommer ist die Strömung kräftig und das Wasser knietief. Die Furt am Sårgåjávrre Öffne in Lantmateriet.se Öffne in Opentopomap.org ist damit gefürchtet und nicht einfach.

Ich habe mich dafür entschieden, den Zufluss zum Sårgåjávrre Öffne in Lantmateriet.se Öffne in Opentopomap.org etwas unterhalb der Stelle zu queren, an der der Weg auf den Fluss trifft. Hier verbreitert er sich ebenfalls, wobei die Hauptströmung am Nordufer entlangfließt. Im trockenen Sommer 2026 war dort das Wasser knietief und ich konnte die Stöcke gerade noch in der Strömung setzen.

10.2026

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