2026 Nordische Grenzwege
Grenzwanderung entlang der schwedisch-norwegischen Grenze

15. Tag: am See P 1029 · Čoarddajávri (Øvre Kjørrisvatnet) · Guovdelisjávri (Gautelisvatnet) · Gautelishytta

Gautelishytta

Zum Guovdelisjávri (Gautelisvatnet)

Am Morgen ist der Himmel bedeckt. So ohne Sonne ist es recht frisch. Da eine leichter Wind weht, kann ich das Zelt trocken einpacken. Als ich gegen 9:30 los wandere, werde ich von der dunklen Person überholt. Die Frau hatte am See gezeltet. Ich hatte also eine Nachbarin, auch wenn ich ihr Zelt nicht gesehen hatte. Der Wanderweg führt zwischen Čoarddajávri (Øvre Kjørrisvatnet) und der Nordflanke des Gautelisfjellet entlang. Als ich den See entlang nach Nordwesten blicken kann, regnet es am Rundtinden und Durmåalsfjellet und auch die Berge nördlich des Guovdelisjávri (Gautelisvatnet) verschwinden in den Regenwolken. Ich steige weiter ab. Über Feuchtwiesen erreiche ich schliesslich die Schotterstrasse.

Der Wegweiser zeigt zum See und weist bis zur Gautelishytta 10 Kilometer und zur Cáihnavággihytta 15 km aus. Inzwischen regnet es auch mir mir kräftig und so bin ich froh etwas auf der Strasse wandern zu können. Ich kann den Gautelisvatnet entlang blicken. Die Hütte liegt versteckt hinter einer Erhebung, noch hinter einer Insel, die wie eine Landzunge wirkt. In den letzten Jahren wurde hier am Staudamm gebaut und der Weg machte einen grossen Umweg, der auch noch in meiner Karte verzeichnet ist. Ein Motorrad überholt mich und kommt wenig später wieder zurück. Als ich die Staumauer erreiche lässt der Regen nach. Ein Mobilfunkmast steht auf einer Erhebung. Ein Auto von Statkraft hält und ich werde etwas mitleidig gegrüsst, dann wenden sich die Personen der Staumauer zu, die ich weiter quere.

Auf der anderen Seite führt der Fahrweg weiter zum Seeüberlauf. In diesem Bereich gab es während der Bauarbeiten 2023-25 viele Erdbewegungen. Am Seeufer stehen einige Steinmänchen, aber ein Stück weiter wurde eine neue stabile Fussgängerbrücke errichtet. Ich wähle die Brücke, allerdings fehlen die Steinmännchen hier. Ich nutze eine kurze Regenpause um den Rucksack abzusetzen, mich zusetzen und etwas zu Essen. Nach fünf Minuten frischt der Wind auf und es fängt wieder an zu Regnen. Das Ziel ist klar und wenig später treffe ich an einer kurzen Betonmauer auf die alte Route.

Am Gautelisvatnet entlang zur Gautelishytta

Der Weg verlässt nun das Seeufer und führt nördlich einiger Hügel entlang. Ein Wanderer kommt mir beschwingt entgegen und grüßt fröhlich. Ich passiere die Reste des nicht mehr benötigte Schilds für die Baustellenumleitung. Der Weg steigt leicht an. Wirklich Spaß macht es im Nieselregen nicht zu wandern. Als ich die Weggabelung erreiche, bin ich irgendwie froh nicht über den Pass zur Cáihnavággihytta zu müssen, sondern hier unten weiter Richtung Gautelishytta wandern zu können. Noch 4½ Kilometer sind es bis zur Hütte.

Über Grasheide steigt der Pfad nun wieder ab zum Ufer des Gautelisvatnet. Die Füsse sind nass und auch sonst fühlt sich nichts mehr trocken an. Einige Flussläufe sind zu queren. Vor mir türmt sich eine Erhebung auf, aber zuvor muss ich noch den Fluss vom Trehakfjellvatnet queren. Dieser hat deutlich mehr Wasser, aber ich finde ein Stelle um in Wanderschuhen rüber zu kommen. Auch wenn die Schuhe nass sind und die Hütte nah, oben reinlaufen soll es trotzdem nicht.

Der Weg führt nun den steilen Hang hinauf. Mein Magen meldet sich, denn bis auf eine kurze Pause mit Snacks habe ich noch nichts weiter gegessen. Für eine Mittagspause ist es mir zu nass und so gibt es oben noch einmal Nüsse als Stärkung. Der Weg führt nun über ein kleines Plateu und vorbei an der Westflanke des Várdahančohkka. Ich erreiche erneut eine Abzweigung zur Cáihnavággihytta. Dieser Weg führt Richtung Trehakfjellvatnet. Noch 1,7 Kilometer sind es bis zur Hütte. Und dann kann ich endlich wieder den Guovdelisjávri entlang nach Süden blicken. Die Gautelishytta versteckt sich noch hinter der Hangkante. Trotz Nieselregen ist die Sicht Richtung Schweden gut. Sogar die Gipfel von Sealggá (Sälka), Stuor Ruška (Rusjka) und Unna Ruškkaš sind zu sehen.

Schliesslich kann ich die Hüttengebäude sehen. Am Flaggenmast weht die Flagge. Es sind also Mitglieder vom DNT Narvik vor Ort. Nicht ungewöhnlich an einem Freitag. Ich steige ab und sehe zwei Personen an der Hütte geschäftig herumlaufen. Als ich an der Hütte ankomme, stelle ich fest, das die grosse Hütte gerade geputzt wird. Als ich frage ob sie einen Platz für mich hätten, wird der Chef gerufen, der mir gleich anbietet für eine freie Unterkunft mitzuputzen. In der kleinen Hütte ist eine Gruppe, aber der voll eingerichtete Raum neben der Sauna ist frei. Und den hat er für Wanderer wie mich vorgesehen. Da ich morgen weiter möchte, ist der Platz dann auch wieder frei. Sie zeigen mir noch welches Feuerholz frisch geliefert wurde, so dass ich das ältere nehmen kann. Ich mache Feuer, hole Wasser und ziehe meinen nassen Sachen aus. Mein Oberteil ist trockener als es sich anfühlte. Die Schuhe und die Mütze sind klatschnass. Der Raum hat neben Ofen und Gasherd ein Doppelstockbett mit breiter Matraze. Vier Leute könnten hier also schlafen. Ich bleibe alleine.

Nach einem Cappuccino mit Keksen ist es Zeit für ein deftiges Chilli-con-Cane. Inzwischen haben sich alle in die Hütten zurückgezogen und ich lese etwas im Hüttenbuch. Eine Französin kotzt sich darüber aus, dass Leute offensichtlich übernachten, aber nicht bezahlen. Als sie ankam brannte Licht in der Haupthütte, aber niemand hatte sich ins Hüttenbuch eingetragen. Das Verbrauch und Übernachtungen nicht mehr zusammenpassen hatte ich ja schon an der Paurohütte erfahren. Es wäre wirklich schade, wenn auch hier der DNT-Einheitsschlüssel an den Hütten verschwindet, weil Leute das System ausnutzen.

Als ich mein Handy noch einmal voll lade, stellt ich fest, dass es in der Zimmerecke sogar Handyempfang gibt. Nicht besonders gut, aber mit etwas Geduld kann ich den norwegischen Wetterbericht abrufen. Bewölkt, aber trocken sagt er, obwohl es weiterhin regnet.

Karte
Profil

Gautelishytta DNT

Abstieg zur GautelishyttaAbstieg zur Gautelishytta

Die Gautelishytta liegt am nordöstlichen Ufer des Guovdelisjávri (Gautelisvatnet).

Karte Narvikfjellene: 68°2'20" N, 17°50'14" E Öffne in Norgeskart.no Öffne in Opentopomap.org

Hütte Unbewirtete Hütte (Ubetjent) Anzahl Betten 12 Schlüssel DNT-Schlüssel

Strom oder USB Lademöglichkeit USB-A-Ladepunkt Mobilnetzempfang 200 Meter den Hügel östlich der Hütten hinauf, sowie schlechter Empfang an der Sauna

Link DNT Gautelishytta

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