2026 Nordische Grenzwege
Grenzwanderung entlang der schwedisch-norwegischen Grenze

9. Tag: Røysvatnhytta · Svártijávrre · Svártijåhkå · Skuogejávrre · Spadnetjåhkåtja

Am Skuogejávrre entlang zum Spadnetjåhkåtja

Von der Røysvatnhytta zum Svártijávrre

Auch am Morgen bin ich noch alleine in der Røysvatnhytta. Gut geschlafen habe ich jedoch nicht. Erst war es mir zu warm und dann hat das Unterbewusstein wohl die ganze Nacht gelauscht ob doch noch jemand kommt. Bis zur Paurohytta sind es rund 27 Kilometer. Um mir die Möglichkeit offen zu halten dort auch zu übernachten, möchte ich heute rund die Hälfte der Strecke schaffen. Ich sollte also den Skuogejávrre passieren und möglichst nicht zu spät loswandern.

Zum Glück wache ich früh auf. Für das Frühstück hatte ich über Nacht Süsskartoffeln eingeweicht, die ich kurz warm mache. Holz und Trinkwasser hatte ich bereits am Abend aufgefüllt und so bleibt nur alles wieder aufräumen und den Boden wischen.

Um 8:30 verschliesse ich die Hütte wieder und wandere los. Endlich sind meine Schuhe, Socken und die Wanderhose wieder richtig trocken. Ich folge den Steinmännchen durch das Felsenlabyrinth nach Osten. Vorbei an kleinen Seen quere ich die felsige Ebene. Diesmal geht es nördlich des Svártitjåhkkå entlang zu dessen Fuss der Svártijávrre liegt. Steil geht es über Felsen hinab zum See. Zum Glück weisen die Steinmännchen den richtigen Weg und die Felsen sind trocken.

Nach rund zwei Kilometern ist das steilste Stück vom Abstieg geschafft und ich erreiche die Grenze nach Schweden. Die Felsen lassen nach und je grüner der Boden wird, je weniger sind Steinnmännchen zu sehen. Der See Svártijávrre gibt aber die Richtung vor.

Am Svártijávrre entlang zum Skuogejávrre

Vor mir ziehen Wolken durchs Tal. Regen und Sonne wechseln sich ab. Auch hinter mir wird es grauer und ich bin froh den steilen Abstieg schon hinter mir zu haben. Der Weg führt zwischen Svártijávrre und der Nordseite des Svártitjåhkkå entlang. Trotz einigen Blockfeldern komme ich gut voran. Das Ufer ist oft recht nass und der Weg führt weiter oben im Hang entlang. Am Ende des See stürzt sich der Skuogejåhkå den Berghang des Skuogejåhkkå hinab und bring reichlich Wasser für den Svártijåhkå.

Neben mir strömt der Fluss inzwischen durch kleine Seen. Ich passiere kurze Holzlatten mit roten Kopf, die vermutlich aus dem Hubschrauber geworfen wurden und für eine neue Wegmarkierung sind. Jemand hat YEAH! geschrieben.

Schliesslich verengt sich der Svártijåhkå und stützt über eine Geländestufe in die Tiefe. Unterhalb gibt es eine kleine Furt eines Nebenflusses, den ich für meine Mittagspause nutze. Schuhe muss ich nicht wechseln und trocken ist es auch gerade. Die Hälfte der Tagesetappe ist vermutlich geschafft. Es kommt sogar kruz die Sonne raus, als ich meine Asianudeln esse.

Über Wiesen nähere ich mich dem Südende des Skuogejávrre. Wer den Svártijåhkå vor der Mündung quert, kann auf der rund zwei Kilometer kürzeren Westseite des Skuogejávrre entlang wandern. Allerdings muss der Zufluss zum Spadnetjávrre am Nordwestufer dann ebenfalls gequert werden. Auch wenn eine Querung möglich wäre, folge ich dem Nordkalottleden weiter, der am Ostufer jedoch schlecht markiert sein soll.

Am Skuogejávrre entlang zum Spadnetjåhkåtja

Der Svártijåhkå verlässt den See gleich wieder Richtung Süden und wird über eine Brücke gequert. Auf der Westseite muss die Brücke dazu über Steine erreicht werden. Im Vorjahr war soviel Wasser, das die Furt zur Brücke ein gefährliches Hindernis darstellte. Ich bin also froh, als ich viele trockene Steine sehe. Ohne Probleme komme ich in Wanderschuhen bis zur Mitte und kann die Hauptströmung über die Hängebrücke queren. Auf der anderen Seite zeigt ein Steinmännchen die Richtung an. Es geht vom Ufer weg zu einer Furt. Den Nebenfluss kann ich unterhalb einer kleinen Stromschnelle queren.

Am nun gibt es keinen richtigen Pfad mehr. Die Wegmarkierungen in Schweden sind nicht besonders ausgeprägt. Irgendwie vermute ich, dass kein besonders grosses Interesse vorliegt, denn der Wanderweg verbindet die norwegischen Hütten miteinander. Die Richtung ist jedoch vorgegeben, einfach gerade aus zwischen Skuogejávrre und Berghang entlang. Ich bleibe weiter oben im Gelände, wo es trocken ist.

Erst am Iŋgátjårro erreiche ich wieder das Seeufer. Hier münden zwei Bäche zwischen Weidengestrüpp in den See. Neben Wanderschuhen gibt es auch einige Tierabdrücke im grauen Sandstrand. Durch das Gestrüpp führen mich Steinmännchen. Im folgenden treffe ich immer wieder auf einen Weg, den ich dann auch wieder verliere. Das Ufer ist nun steiler und als ich im Hang wieder Steinmännchen sehe steige ich auf und treffe auf einen deutlichen Pfad. Wenig später kommen unter mir zwei Wanderer entgegen. Die ersten und einzigen Menschen des Tages.

Nachdem der Bergrücken des Iŋgátjårro umrundet ist, habe ich einen freien Blick auf den Spadnetjåhkåtja. Der Weg entfernt sich weiter vom Ufer weg und führt mich zur Furt am Fusse des Spadnetjåhkåtja. Problemlos komme ich ans andere Ufer. Hier lockt mich eine ebene Fleche mit Krähenbeeren das Zelt aufzustellen. Kurz nach 17 Uhr und rund 13½ Kilometer zeigt mir das Garmin an. Vielleicht nicht ganz so weit wie ich wollte. Bis zur Furt am Márggojåhkå sind es noch rund 2½ Kilometer. Bis zur Paurohytta könnte ich es morgen von hier trotzdem schaffen. Ich überlege kurz noch weiter zu gehen, aber baue dann doch Zelt auf.

Karte
Profil

Røysvatnhytta DNT

RøysvatnhyttaRøysvatnhytta

Die Røysvatnhytta liegt am Fluß zwischen Biernajávrre und Muvrrajávrre.

Karte Narvikfjellene: 67°57'37" N, 16°50'0" E Öffne in Norgeskart.no Öffne in Opentopomap.org

Hütte Unbewirtete Hütte (Ubetjent) Anzahl Betten 12 Schlüssel DNT-Schlüssel

Strom oder USB Lademöglichkeit nein Mobilnetzempfang nein

Link DNT Røysvatnhytta

10.2026

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