2026 Nordische Grenzwege
Grenzwanderung entlang der schwedisch-norwegischen Grenze

5. Tag: Unna Rávddavárre · Rávddoajvve

Am Rávddoajvve entlang

Am Unna Rávddavárre entlang

Nach einer frischen Nacht mit 5°C wache ich um kurz nach 7 Uhr auf. So langsam habe ich mein durch die lange Anreise verursachtes Schlafdefizit aufgeholt. Ich war gestern nicht ganz soweit gekommen wie ich eigentlich wollte, aber trotzdem war mein Tagesziel bis zu einem möglichen Furtplatz des Valldajåhkå zu kommen. Diesen wollte ich aufgrund der niedrigen Wasserstände bereits vor der Querung des Suollagajåhkå queren. Das Wetter war trocken, auch wenn die Wolken tief hingen.

Mit einer Portion Müsli gestärkt wandere ich weiter am Hang des Unna Rávddavárre entlang. Grosse Aufstiege gibt es nicht mehr, aber weiterhin liegen die Bretter für die neuen Bohlenwege herum. Je weiter ich mich von meinem Übernachtungsplatz entferne, je froher bin ich dort gezeltet zu haben. Das wäre ein richtig langer Tag geworden. Nach einer halben Stunde erreiche ich den Flusslauf, an dem ich eigentlich hätte zelten wollen. Auf Höhe des Wanderweges wäre es zwischen Hügeln, Birken und Sumpf äussert schwierig geworden.

Nach vier Kilometern erreiche ich an der Nordflanke des Unna Rávddavárre das erste Mal das Kalfjäll. Eigentlich hat man eine schöne Aussicht bis weit in das Land, aber die tiefen Wolken mit teilweise Nieselregen lassen die Bergzüge ineinander im wolkengrau verschmelzen.

An der Nordflanke des Rávddoajvve

An der Nordflanke des Rávddoajvve erblicke ich einen Wasserfall. Zwischen grossen Felsen näher ich mich schliesslich dem dazugehörigen Flusslauf. Ich hatte mich nicht getäuscht und er führt einiges an Wasser. Der Wanderweg führt am Ufer entlang wieder in den Birkenwald und schließlich stehe ich an einer Sommerbrücke. Genau richtig für die Mittagspause. Die Sonne scheint sogar etwas, sodass es trotz des kalten Winds erträglich ist.

Nach 45 Minuten raffe ich mich auf und wandere weiter. Der Weg nähert sich wieder den Felsen. Ab hier liegen wieder neue Bohlenwege. Rinnsale fließen die Steilwand herab und sammeln sich unterhalb in einem natürlichen Graben. Über eine kurze Stahlbrücke quere ich den Flusslauf, ehe er weiter den Hang hinab zum Valldajåhkå strömt.

Ich trete wieder aus dem Birkenwald heraus. Der Wind ist kräftiger geworden. Vor mir kann ich nun schon den Skájdevárre im Wolkendunst erkennen. Ich stöbere ein paar Rentiere auf. Wieder quere ich eine Sumpffläche auf einem Bohlenwege, als die nächste Regenfront auf mich zukommt. Auch wenn es nicht viel Regen ist, der feine Wassernebel mit dem Wind ist alles andere als gemütlich. Auf der freien Fläche gibt es keinen Windschutz. Bevor ich wieder in den Birkenwald eintrete, passiere ich eine mit kleinen Steinmännchen markierte Abzweigung. Der unscheinbare Pfad führt hinab zu einer Furt des Valldajåhkå unterhalb der Mündung des Skájdejåhkå.

Wenig später bin ich wieder im Fjällbirkenwald. Die Bäumen bieten einen guten Windschutz. Der Wanderweg schlängelt sich auf und ab. Ich fange nach freien Flächen Ausschau zuhalten, denn große Lust habe ich nicht mehr. Auch wenn das eigentliche Ziel nicht mehr weit weg ist.

Ich finde mich schon damit ab, nichts geeignetes zu finden, als ich direkt neben den Weg einen Platz finde. Ein paar Meter weiter ist ein Bachlauf als Wasserquelle. Der Platz ist nicht gross, aber irgendwie kann ich das Zelt so stellen, dass ich auf dem ebenen Bereich liegen kann. Ein Blick auf die Uhr. 16:20 ist eigentlich noch etwas früh und bis zu meinem angedachten Furtplatz am Valldajåhkå sind es noch rund zwei Kilometer. Der Regen nimmt zu und beschleunigt damit meine Entscheidung. Ich baue das Zelt auf.

Ich hole drei Liter Wasser, die bis zum Morgen locker reichen und ziehe endlich die nassen Regensachen und Schuhe aus. Damit habe ich zwei paar nasse Socken. Das trockenere versuche ich beim Kochen zu trocken. Nasse Wetter verlang nach einer Tasse Blaubeersuppe. Zu Abend wähle ich die Kartoffelklösse in Jägersauce. Mit vier Klössen gehört es zu den schwereren Mahlzeiten. Es ist einerseits reichlich, aber drei wären mir wohl auch zu wenig gewesen.

Es ist schon spät als sich schnelle Schritte nähern und genauso schnell wieder verhallen. Der Wetterbericht verspricht für morgen weder Sonne noch Regen. Wenn es trocken bliebe wäre ich schon zufrieden. Ich mache noch kurz einige Notizen vom Tag und gehe ins Bett.

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