2026 Nordische Grenzwege
Grenzwanderung entlang der schwedisch-norwegischen Grenze

4. Tag: Áhkájávrre · Rávddajåhkå · Raststuga Rávddajávrre · Unna Rávddavárre

Rávddajávrre

Vom Áhkájávrre zum Rávddajåhkå

Als ich am Morgen den Wetterbericht checke, ist er deutlich freundlicher geworden. Zwar ist immer noch mit Schauern zu rechnen, aber es soll keinen Dauerregen geben. Ich blicke über den Áhkájávrre und in der Ferne scheint sogar die Sonne. Gegen 7:30 Uhr stehe ich auf und frühstücke. Während ich das Zelt abtrockne, kommt ein Wanderer vorbei, der Vaisaluokta als Ziel hat. Es dauert eine Weile, bis ich alles so eingepackt habe, dass ich die wichtigen Sachen tagsüber griffbereit habe. Wanderhose, Socken und Schuhe sind immer noch nass. Da es am Abend noch geregnet hat, rechne ich weiterhin mit nassen Büschen und Gras und ziehe die Regenhose und Gamaschen an.

Um 9:30 Uhr verabschiede ich mich vom Áhkájávrre und wandere weiter durch den Fjällbirkenwald. Mit dem Seeufer verlasse ich auch den Bereich, in dem das Handy Empfang hat. Anders als erwartet gibt es neue Bretterstege und die Büsche sind vorwiegend trocken. Dafür weht ein kalter Wind. Der Weg steigt langsam an.

Auf dem Bergausläufer erwartet mich eine Hochebene mit großen Sumpfflächen, doch dank der neuen Bohlenwege komme ich gut und trocken voran. Die Reste der alten Wege stehen noch in Netzen bereit, um vom Hubschrauber abgeholt zu werden. Trotzdem werden meine Schuhe ungewöhnlich feucht und mir schwant, dass die neue Schuhcreme ein Reinfall ist. Beim nächsten Mal nehme ich also wieder eine mit Bienenwachs.

Inzwischen kommt zwischen all den Wolken der blaue Himmel durch. Als ich die erste Brücke erreiche, scheint sogar kurz die Sonne. Das Wasser entspringt dem See P1018 am Oajetjåhkkå. Für eine Pause ist es mir noch zu früh, auch wenn ich schon etwas essen könnte. Ich will eigentlich bis zum Rávddajåhkå kommen. Ich wandere also weiter und die Sonne verschwindet wieder hinter den Wolken. Von vorne kommt eine Regenfront und erreicht mich, als ich wenig später am Ufer des Rávddajåhkå stehe. Statt Mittagessen gibt es nur einen Snack, bevor ich über die Hängebrücke ans andere Ufer gehe.

Am Rávddajávrre entlang zur Raststuga Rávddajávrre

Nach einem kurzen Stück am Rávddajåhkå entlang erreiche ich den Rávddajávrre. Der Wanderweg führt nun zwischen dem See und dem Bergrücken Rávddatjavelk entlang. Das Gelände besteht vor allem aus großen Sumpfflächen, zwischen denen sich kleine Erhöhungen befinden. Auch hier wurden neue Bohlenwege verlegt, worüber ich ganz froh bin. Als sich der Weg wieder dem Rávddajávrre nähert, beginnt es erneut zu nieseln. Es ist wirklich verflucht, denn immer, wenn ich Wasser zur Verfügung habe, ist mir wettertechnisch nicht danach, die Kochsachen auszupacken.

Auf der anderen Seite des Sees erhebt sich die steile Wand des Oajetjåhkkå. Vor mir wird der Himmel am Unna Rávddavárre wieder heller. Der Weg verlässt das Seeufer erneut und erklimmt die nächste Erhöhung. Schließlich nähere ich mich dem nördlichen, kleinen Seeteil. Am Nordufer liegt die Raststuga Rávddajávrre. Zuvor quere ich jedoch einen kleinen Bach und diesmal ist es trocken. Ich packe den Kocher aus und mache Wasser für die Asia-Nudeln und einen Tee heiß.

Gut gestärkt mache ich mich auf den Weg zur Raststuga Rávddajávrre. Sie liegt am Hang oberhalb des Sees. Zelten soll schwierig sein und in der Hütte darf nur im Notfall übernachtet werden. Direkt daneben und in unmittelbarer Nähe gibt es jedoch zwei kleine Zeltplätze. Die sind nicht wirklich schön. In der Hütte stehen noch Kartons mit Nägeln vom Bohlenwegbau sowie ein eingepacktes Zelt. Die Raststuga ist baugleich mit der Mårmastugan, in der man jedoch offiziell übernachten darf. Ich überlege kurz, aber es ist mir noch zu früh, um hier zu übernachten.

Am Unna Rávddavárre

Hinter der Raststuga befindet sich eine Sumpffläche und die neuen Bohlenwege hören hier auf. Zwar wurde bereits Holz geliefert, dieses wurde jedoch noch nicht verbaut. Der Wanderweg steigt langsam am Berghang des Unna Rávddavárre auf. Am Berghang herrscht lichter Fjällbirkenwald und ich frage mich, ob es wirklich eine gute Idee war, weiterzuwandern. Am Hang gibt es keine ebenen Flächen und wenn, dann sind sie feucht. Statt über Bohlen zu gehen, muss ich nun über die bereits angelieferten Bretter steigen, die kreuz und quer liegen.

Ich steige weiter auf. Als ich auf dem GPS nachsehe, wie weit es noch zu meiner anvisierten Stelle ist, bemerke ich, dass der Weg gut 60 Höhenmeter höher verläuft als in der Karte eingezeichnet. Das ist zwar nicht schlimm, bedeutet aber, dass das kleine Plateau, das ich mir zu Hause ausgeguckt hatte, rund 60 Meter unter mir liegt. Getrennt durch Gestrüpp, steile Abhänge und Sumpf, werde ich mir wohl hier oben etwas suchen müssen. Richtig bin ich auf jeden Fall, denn neben einem deutlichen Pfad und alten Steinmännchen liegen auch hier die Bretter für den neuen Bohlenweg im Weg herum.

In Gedanken versunken steige ich wieder über einige Bretter, als ich plötzlich ein leises Plätschern höre. Ein paar Schritte weiter fließt ein kleiner Bach den Hang hinab. Trinkwasser hätte ich also schon mal, es fehlt nur noch ein Zeltplatz. Ich blicke mich um. Die ebene Fläche unterhalb des Weges ist sumpfig und auch sonst finde ich nichts Geeignetes. Enttäuscht steige ich am anderen Ufer den Hang hinauf und stehe plötzlich neben einer freien Fläche mit kleiner Feuerstelle. Seit der Raststuga bin ich nicht einmal zwei Kilometer gewandert. Es ist schon 17 Uhr. Diese Gelegenheit lasse ich mir nicht entgehen.

Das Zelt ist schnell aufgebaut und ich hole Wasser aus dem Bach. Zurück am Zelt schweift mein Blick nach Norden. Am anderen Ufer des Áhkájávrre müsste der Ubmasjåhkå münden. Ich kann ein kurzes Stück eines Flusses ausmachen, bin mir aber nicht sicher, ob es sich dabei um den Ubmasjåhkå handelt.

Zu Beginn einer Tour neige ich immer dazu, die schweren Sachen zuerst zu essen. Mandelreis steht weit oben auf der Liste, sodass die Wahl des Abendessens nicht schwerfällt. Nach dem Essen beobachte ich noch das abwechslungsreiche Wetter über der weiten Landschaft und werde mit einem Regenbogen belohnt.

Karte
Profil

Raststuga Rávddajávrre

Raststuga RávddajávrreRaststuga Rávddajávrre

Die Raststuga Rávddajávrre liegt am Nordwest-Ufer des Rávddajávrre. Zelten ist nur sehr eingeschränkt direkt neben der Hütte möglich.

Karte Jokkmokkfjäll: 67°46'7" N, 17°3'25" E Öffne in Lantmateriet.se Öffne in Opentopomap.org

Hütte Notfallhütte

Strom oder USB Lademöglichkeit nein Mobilnetzempfang nein

Link Raststuga Rávddajávrre (Betreiber: Länsstyrelsen Norrbotten)

10.2026

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