Abschied von der Baugebua
Nach der späten Ankunft der beiden Norweger, hatten wir 8 Uhr zum Aufstehen ausgemacht. Auch wenn es in der Baugebua zu viert recht eng war und ich zwischen den Tischbeinen hindurch kriechen musste um zur Toilette zu gehen, haben wir alle warm und trocken geschlafen während draussen der Wind tobte. Wir räumen die Möbel wieder um, sodass wir alle sitzen können um zu frühstücken. Der Wind hat nachgelassen und es ist draussen trocken. Um 10 Uhr sieht die Hütte wieder wie gewohnt aus und wir verabschieden uns. Die beiden Norweger wandern weiter Richtung Süden, während wir Deutschen uns für die Sitashütte verabreden.
Schon bald wandere ich wieder alleine. Der Weg führt eine ganze Zeit am Ufer des Baugevatnet entlang. Bis auf eine grosse ebene Fläche gibt es bis zum Beginn des Anstiegs keine Zeltmöglichkeiten. Und am Vortag war der Wind zu kräftig um am Ostufer ohne Windschutz das Zelt aufzubauen. Nun sind die Wolken zwar noch da, aber deutlich höher als die Passhöhe zwischen Filtinden und Baugefjellet. Nach drei Kilometern beginnt der Aufstieg. Die rund 150 Höhenmeter wirken auf der Karte steiler als sie nun sind. Oben angekommen kann ich nach Nordwesten bis zum Guovddelisjávrre (Langvatnet) blicken. Auf meiner Seite verläuft eine Stromleitung, die mich bis zum Sijdasjávrre begleiten wird. Ein Schweizer kommt mir entgegen. Er hat die Nacht hier oben gezeltet und verweist auf meine Frage nach dem starken Wind auf sein gutes Zelt. Den Fluss hätte er unterhalb des Wasserfalls gequert und zeigt mir am Schuh an, wie tief das Wasser war.
Zwischen Filtinden und Baugefjellet
Wenig später stehe ich unterhalb des Wasserfalls am Ufer des Flusses. Er entspringt an der Westflanke des Baugefjellet und wird auch von einem kleinen Gletscher gespeist. Das Wasser ist klar, aber zu tief für meine Schuhe. Direkt unterhalb des Wasserfalls ist mir am anderen Ufer die Lücke zwischen den Steinen zu gross. Ich wechsel also wieder die Schuhe. Das kostet zwar immer Zeit, aber ich bin froh endlich trockene Schuhe zu haben.
Der Weg nähert sich nun dem Filtinden und es wird felsiger. Plötzlich stehe ich vor einem Felsband, auf dem oben ein grosses Steinmännchen thront. Da soll ich hoch? Ich schaue mich um. Es geht aber weder links noch rechts weiter und so erklimme ich die Stufe an der vorgesehenden Stelle über die steile Felsschräge. Über grüne Flächen geht es weiter hinauf zu einer felsigen Engstelle mit einem kleinen See. Nun beginnt der Abstieg und schon bald kann kann ich den Sijdasjávrre sehen. Zum See P 820 geht es wieder über Felsen. Steinmännchen leiten mich die steilen glatten Felsen hinab. Als der Weg den Zufluss zum See P 820 kreuzt mache ich Mittagpause. Als ich weiter wander muss ich etwas schauen, bis ich in Wanderschuhen ans andere Ufer komme. Da war ich wohl richtig hungrig, denn sonst quere ich an solchen Stellen vor der Pause. Weit im Osten ziehen gegen den Wind dunkle Wolken auf. Kommt da ein Gewitter auf mich zu?
Abstieg zum Sijdasjávrre und weiter zur Sitashytta
Der Wanderweg führt nun zwischen Stromleitung und Ufer des Sees P 820 entlang. Eine Quadspur verläuft erst parallel, dann geht beides ineinander über. Dann kommt die erste Geländestufe. Die Spur, und damit der Weg, geht steil gerade runter. Ich merke meine Knie und verfluche die Wegführung. Warum verlaufen die Wege in Skandinavien so oft einfach gerade runter und nicht wie in den Alpin in Serpentien? Bis zu Hütte sind es rund 200 Höhenmeter, wobei die letzten zwei Kilometer auf einem Fahrweg am See entlang führen. Dann ist das erste Stück geschafft und eine Deutsche mit Packraft kommt mir entgegen.
Ich blicke den Sijdasjávrre (Sitasjaure/Sitasjávri) entlang. Die dunklen Wolken sind deutlich näher gekommen. Zum Glück ist es nun nicht mehr so steil. Ich passiere ein Sumpfgebiet und dann steigt der Weg wieder an, quert einen Hügel und führt mich zu einem Fahrweg. Wieder blicke ich nach Osten. Die Wolken sind nun deutlich heller. Dafür ist der Fahrweg im weiteren Abstieg matschig und zerfahren und so bin ich froh, als ich endlich unten am Seezufluss bin.
Der Weg führt nun zu einer Brücke am Forsvatnet. Aus einem Tunnel kommt seitlich ordentlich Zuschusswasser. Und schon latsche ich den Fahrweg am Sijdasjávrre entlang. Die Sitashytta versteckt sich lange hinter einer Geländeerhöhung. Dann habe ich die Hütten erreicht. Aus dem Schornstein der Haupthütte steigt Rauch auf. Zwei junge Männer bauen am Seeufer ein Zelt auf. Ist schon alles belegt, denke ich kurz. In der Haupthütte macht meine Bekannte vom Höga Kustenleden gerade Feuer. Sonst ist niemand da und so bleibt es auch. Wie vor drei Jahren verbringen wir also wieder drei Nächte zusammen, denn morgen will sie zur Skoaddejávrehytta wandern, während ich mir vorher einen Zeltplatz suchen möchte. Da der Weg lang ist, beschliessen wir früh aufzustehen, sodass wir möglichst um 8 Uhr loskommen.
Ich nutze die Möglichkeit noch einmal alles aufzuladen. Mangels Sonne habe ich mein Solarpanel noch gar nicht benutzt. Es gibt eine schöne Pfanne und so gibt es bei mir vegane Frikadellen mit Zwiebeln und Kartoffelpüree zum Abendessen.


Baugebua DNT
Die Notfallhütte Baugebua liegt am Seeabfluß des Baugevatnet, der Baugeelva.
Narvikfjellene: 68°3'2" N, 17°7'53" E
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Notfallhütte (Nødbu)
2
DNT-Schlüssel
nein
nein
10.2026
Sitashytta DNT
Die Sitashytta liegt am Siidasjávri (Sitasjaure).
Narvikfjellene: 68°6'10" N, 17°13'43" E
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Unbewirtete Hütte (Ubetjent)
10
DNT-Schlüssel
USB-A-Ladepunkt
am Čoadgejávri (Tjårdavatnet)
10.2026


