2026 Nordische Grenzwege
Grenzwanderung entlang der schwedisch-norwegischen Grenze

8. Tag: Furt Zufluss Sårgåjávrre · Rádjebálges · Røysvatnhytta

Über die Grenze zur Røysvatnhytta

Zum Rádjebálges (Grensleden)

Nach dem langen Wandertag am Vortag schlafe ich bis sieben Uhr. Die Wolken hängen tief und vom Áhkká ist nichts mehr zu sehen. Auch wenn es noch trocken ist, so richtig Lust habe ich nicht den warmen Schlafsack zu verlassen. Aber es hilft nichts, ich frühstücke, trockne das Zelt ab und packe ein. Um 10 Uhr komme ich los und muss erst einmal den Weg suchen. Gestern hatte ich ja an der Furt des Zuflusses des Sårgåjávrre abgekürzt. Hinter mir steht jedoch ein Steinmännchen auf einer Erhöhung. Ich bin also nicht weit vom Weg entfernt.

Erstes Ziel ist die Kreuzung des Rádjebálges (Grenzleden). Kaum unterwegs fängt es leicht an zu nieseln. Wie gestern gibt es wieder felsige Querrinnen zu überwinden. Schnell sind die Füsse wieder nass und ich bin unheimlich lahm. An einer Felswand ist die Stufe höher als mein Knie. Solche Hindernisse sind mit schweren Rucksack nicht zu überwinden. Zum Glück ist oben auf der Stufe genug Platz, so dass ich den Rucksack abstellen kann. Ohne Rucksack klettere ich hoch und muss dann nur den selbigen aufsetzen. Soetwas kostet alles Zeit.

Um 12:30 bin ich endlich an der Kreuzung mit dem Rádjebálges (Grenzleden). Der Wegweiser liegt auf dem Boden und jemand hat die einzelnen Schilder ausgerichtet. Zur DNT-Hütte Røysvatn muss ich weiter Richtung Norden wandern, während der Rádjebálges südlich des Sees Røysvatnet/ Muvrrajávvrre an der Schutzhütte Røysvatnet entlangführt. Da es gerade trocken ist mache ich eine kurze Pause, verzichte jedoch darauf den Kocher rauszuholen.

Nach Norwegen zur Røysvatnhytta

Vor mir liegt eigentlich der Svártitjåhkkå, aber dieser versteckt sich hinter den tiefen Wolken. Langsam biegt der Weg nach Norwesten ab. Das Gelände wird grüner und ich steige über Wiesen auf. Plötzlich taucht wieder eine tiefe Felsenrinne vor mir auf. Es geht tief runter und ein Stück im Bachlauf lang. Kurz scheint die Sonne und strahlt die nassen Felsen an, über die das Regenwassser hinabläuft. Über Geröll geht es auf der anderen Seite die Felswand wieder hoch.

Vor der Grenze flacht das Gelände etwas ab und ich passiere Feuchtwiesen und Bachläufe. Irgendwo vor mir fängt Norwegen an. Dann sehe ich im Hang das gelbe Schild mit der Aufschrift "Riksgräns NORGE". Bis zur Røysvatn-Hütte ist es nun nicht mehr weit. Trotzdem schleppe ich mich mehr den Anstieg hoch als ich wandere.

Es wird wieder felsiger und steigt noch einmal richtig an. Oben passiere ich kleine Seen und sehe die Südflanke des Bjørntoppen. Richtung Westen lässt die Sonne die felsigen Berge Stuorjåhkkå und Biehtsegáme im gleissenen Licht erstrahlen. Dann erblicke ich den Røysvatnet, aber von der Hütte ist nichts zu sehen. Stattdessen lande ich in einem Felsenlabirynth und biege irgendwie falsch ab. Zwar folge ich einem deulichen Trampelpfad Richtung Hütte, aber von selbiger ist genauso wenig zu sehen wie von einer Wegmarkierung. Dies verunsichert mich zusehens. Ich schaue auf dem Garmin nach. Demnach liegt der Weg weiter nördlich, also oben auf der Erhebung. Ich steige auf und stosse auch gleich auf ein Steinmännchen. Die DNT-Hütte sehe ich jedoch erst auf den letzten Metern. So gut ist sie hintern den Felsen versteckt.

Røysvatnhytta

Die Hütten sind verschlossen. Es ist also niemand da. Ich hole den DNT-Einheitsschlüssel aus dem Rucksack und schliesse das Vorhängeschloss der Haupthütte auf. Neben einem Holzofen gibt es auch Gas zum Kochen. Im Schlafbereich sind 10 Betten, wobei zwei in einem extra Zimmer sind. Eine voll ausgestattete Küche, ein Esstisch und eine Sofaecke bilden den Hauptraum. Die Trockentoilette ist mit Toilettenpapier und Händedesinfektionsmittel ausgestattet. Im Holzschuppen ist noch genügend Birkenholz und hinter der Tür befindet sich eine kleine Sauna.

Es dauert etwas bis das Feuer im Ofen knistert. So richtig gelingt es erst, nachdem ich die einige Scheite noch weiter gespalten habe. Endlich kann ich meine nassen Sachen trocknen. Der Eintrag im Hüttenbuch und die Buchung in der DNT-App ist schnell gemacht. Bezahlt wird später, wenn ich wieder Online bin. Ich stelle das Gas an und koche Wasser. Zur Abwechselung gibt den Cappuccino heute auf dem gemütlichen Sofa. Um 18 Uhr bin ich immer noch alleine. Nach nur sieben Kilometern entscheide ich mich heute für einen Kürbis-Kartoffel-Eintopf mit weißen Bohnen.

Ich hacke genug Holz für den Aufenthalt und genug um den Korb in der Hütte wieder aufzufüllen. Noch immer bin ich alleine und lese etwas im Hüttenbuch. Da ich nicht gebucht habe und nicht sehen kann, ob jemand anderes mein Bett reserviert hat, warte ich ob noch jemand kommt. Nach 21 Uhr ist die Buchung verfallen und das Bett frei für andere. Ich bleibe jedoch alleine und gehe schliesslich ins Bett.

Karte
Profil

Røysvatnhytta DNT

RøysvatnhyttaRøysvatnhytta

Die Røysvatnhytta liegt am Fluß zwischen Biernajávrre und Muvrrajávrre.

Karte Narvikfjellene: 67°57'37" N, 16°50'0" E Öffne in Norgeskart.no Öffne in Opentopomap.org

Hütte Unbewirtete Hütte (Ubetjent) Anzahl Betten 12 Schlüssel DNT-Schlüssel

Strom oder USB Lademöglichkeit nein Mobilnetzempfang nein

Link DNT Røysvatnhytta

10.2026

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