2026 Nordische Grenzwege
Grenzwanderung entlang der schwedisch-norwegischen Grenze

16. Tag: Gautelishytta · Seeabfluss Vuolip Čoarvejávri · Rádjenjunni · Grenzmarkierung Rr 259A · Ostufer Vuolip Čoarvejávri

Vuolip Čoarvejávri

Zum Vuolip Čoarvejávri

Am Morgen hängen die Wolken tief an der Gautelishytta. Der Wetterbericht verspricht weiterhin grauen Himmel. Für mich soll es heute auf dem Nordkalottleden bis zur Norwegischen-Schwedischen Grenze gehen. Am Vuolip Čoarvejávri will ich den Wanderweg verlassen und querfeldein nach Norden Wandern. Im Vorjahr war ich bereits westlich der Sälka-Berge zum Geargevággi gewandert, nun soll es dieses Jahr weiter westlich bis ins Alesvaggi gehen. Um 7 Uhr stehe ich auf und nachdem ich meinen Raum sauber gemacht habe, verabschiede ich mich um 9 Uhr von den Norwegern.

Ich wandere weiter nach Süden. Der Weg steigt von der Hütte wieder den Hang hinauf und verlässt somit das Ufer des Guovdelisjávri. Erstes Ziel ist die Brücke über den Seeabfluss des Vuolip Čoarvejávri. Dieser liegt genau auf der Streckenhälfte bis zur Grenzmarkierung bei rund 4 Kilometern. Langsam komme ich den Nieselwolken näher bis sich mich verschlucken. Ein frischer Wind weht und so hoffe ich, das die Wolken mit der Zeit verschwinden. Die Sicht zum See ist gut, und so sehe ich die kleine Hütte am Ufer, an der eine Gruppe an zwei Motorbooten stehen. Zuvor hatte ich bereits Stimmen gehört und andere Wanderer vermutet.

An der Erhöhung P 972 wird das Wetter langsam besser. Ich kann das Wasser des Vuolip Čoarvejávri im Sonnenlicht glitzern sehen, während ich noch im Wolkendunst stehe. Ich nähere mich einer kleinen Hütte, die am Seeabfluss steht. Messgeräte lassen darauf schliessen, das sie zum Energiekonzern Statkraft gehört, der den Gautelisvatnet als Wasserspeicher für die Stromerzeugung nutzt. Der Weg schwenkt nach Osten und wenig später stehe ich an der Brücke. Ich hatte sie als schwankend in Erinnerung und sie ist unverändert. Auf zwei Stahlseilen sind Bretter mit Geländer verlegt. Das Geländer ist recht niedrig und die Brücke schwankt durch den hohen Schwerpunkt, der durch den Rucksack verursacht wird, vor und zurück. Am anderen Ufer mache ich am Ufer kurz Rast. Es ist schon 12 Uhr und als die Sonne heraus kommt, beschliesse ich mir einen schönen Platz für die Mittagspause zu suchen. Ein Stück weiter mündet ein Bach in den See. Ich such mir eine windgeschützte Stelle und mache Pause. Asianudeln stehen für einen hoffentlich langen Tag auf dem Programm.

Am Ufer des Vuolip Čoarvejávri entlang

Der Vuolip Čoarvejávri wird ich den Rest des Tages begleiten, denn an das gegenüberliegende Ufer möchte ich. Von der Ferne sicht es machbar aus und so wandere ich optimistisch weiter. Das Gelände ist weiter hügelig. Der Rádjenjunni trennt die Seen Vanasjávri (Vannaksvatnet) und Vuolip Čoarvejávri voneinander. Auf den Grasflächen ist der Pfad gut zuerkennen. Nur wo es steinig wird, muss ich auf die alten Steinmännchen achten. Ich bin froh, dass nun die Sonne scheint, denn es weht immer noch ein kalter Wind.

Langsam nähere ich mich der Grenze. Steinmännchen locken mich nach Süden, wo am anderen Ufer des Vanasjávri die Grenzmarkierung Rr259 steht. Diese historische Markierung besteht nicht, wie üblich, aus aufgeschichteten Steinen, sondern aus einem rund fünf Meter hohen Felsbrocken, dem Ivarsten. Ich will jedoch zur Grenzmarkierung Rr 259A, die links von mir erhöht liegt. Ich gehe in die Richtung und treffe kurz vor der Markierung zwei Deutsche. Sie wollen heute zu Gautelishytta und fragen, ob man dort laden kann. In den schwedischen Hütten ist dies nicht möglich.

Für mich geht es noch ein Stück weiter auf dem Nordkalottleden. Als ich wieder ans Ufer des Vuolip Čoarvejávri komme, heisst es jedoch Abschied nehmen. Während der Wanderweg weiter nach Süden verläuft, biege ich nun ab nach Norden.

Auf der anderen Seite des Sees kann ich die Mündung des Zuflusses erkennen. Er kommt aus dem Bajip Čoarvejávri (Tjårvejaure) und sah auf den Satellitenbildern unüberwindbar aus. Auch aus der Ferne sieht es nach viel Wasser aus. Die Entscheidung, südlich um den Vuolip Čoarvejávri und nicht am kürzeren Nordufer entlangzugehen, war also richtig. Mit etwas Abstand zum Ufer des Vuolip Čoarvejávri suche ich mir nun einen möglichst trockene Route. Als ich eine Sumpffläche in Ufernähe queren will, stoße ich auf Quadspuren. Sie haben die gleiche Richtung. Weiter nordöstlich, am Westufer des Luohttijávri, liegt eine Hütte und ich vermute, dass dies die Zufahrt ist.

Bei meiner Planung war ich mir nicht sicher, ob ich die Zuflüsse in den Vuolip Čoarvejávri einfach queren kann. Aber sie führen alle wenig Wasser und stellen kein Hindernis da. Ich überlege kurz bevor ich den See verlasse mich nach einem Zeltplatz umzuschauen. Als ich den letzten Fluss quere sieht es jedoch schlecht mit zelten aus. Entweder der Boden ist sehr schräg, nass oder mit Steinen übersäht. Etwas Windschutz wäre auch gut. Ich steige auf einen Hügel und finde statt einem Zeltplatz ein schönes Rentiergeweih. Ich finde mich schon damit ab noch ein ganzes Stück weiter zu wandern, als es nicht nur einen Bach sondern auch einen Platz stosse.

Bei einem obligaorischen Cappuccino betrachte ich die Landschaft. Von meinem erhöht stehenden Zelt blicke ich über den Vuolip Čoarvejávri und auf eine vorgelagerte hügelige Insel. Die Bergkette aus Juovvačorru, Meahččerámačohkka und Alip Juovvačorru ist fast wolkenfrei, nur am Gautelisfjellet hängen Wolken. Hinter dem Zelt steigt das Gelände an und von der Landschaft Richtung Nordosten ist nicht viel zu sehen.

Zum Abendessen gibt es Spaghetti mit Spinat-Sahnesosse. Auf fast jeder Tour gibt es ein neues Gericht. Da ich nicht nur Spaghetti mit Tomatensauce essen möchte, bin ich immer wieder auf der Suche, nach anderen Saucen. Diesmal ist die Basis Sahne- und Spinatpulver und verfeinert mit Brühpulver, getrockneter Zwiebel, Pfeffer und Muskat. Dazu gebe ich nun noch etwas Butter für die Kalorien. Vielleicht etwas flüssig, aber geschmacklich top und nicht so mühsam wie Blattspinat zu trocknen.

Bei eienm Tee studiere ich die Karte. Auf den Tag morgen habe ich mich chon lange gefreut. Ich will westlich am Luohttičohkka entlang bis zu den Luoktekjávrrit-Seen wandern und von dort aus weiter am Westufer des Aliseatnu entlang. Auch wenn schon das nächste Tiefdruckgebiet droht, für morgen soll das Wetter gut sein.

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