2026 Nordische Grenzwege
Grenzwanderung entlang der schwedisch-norwegischen Grenze

11. Tag: Paurohytta · Bergschulter des Paurofjellet · Baugebua

Baugebua

Von der Paurohytta nach Schweden

In der Nacht werde ich wach. War da jemand in der Hütte? Ich gehe zur Toilette und wundere mich über das brennende Aussenlicht an der kleinen Hütte. Am Morgen löst sich das Rätsel. Zwei Norweger sind noch spät angekommen und der Mann suchte in der Nacht ebenfalls den USB-Anschluss um sein Hörgerät zu laden. Seine Frau kümmert sich ehrenamtlich um die Skoaddejávrehytta. Sie erzählt uns, dass es zunehmend ein Problem ist, das der Verbrauch von Materialien (Gas, Holz, Toilettenpaier unsw) nicht mit den Eintragungen im Hüttenbuch übereinstimmen und damit mehr verbraucht als bezahlt wird. Keine gute Entwicklung.

Für den Nachmittag ist Regen angesagt. Während ich zum Baugevatnet möchte, wollen die anderen Drei die 21 Kilometer bis zur Sitashytta wandern. Wir machen die Hütte sauber und verabschieden uns gegen 10 Uhr einer nach den anderen.

Die ersten drei Kiometer geht es am Ufer des Båvrojávrre entlang. Sind am Anfang noch kleiner Löcher mit blauem Himmel zu sehen, zieht es immer mehr zu. Vor mir kann ich bis südlich des Gåbddåjávrre zum Márggo blicken. Die Flüsse sind alle ohne Probleme in Schuhen zu queren. Ich passiere eine schöne Bucht mit dunklen Strand. Langsam zieht es zu und der Wind frisch auf. Hinter mir verschwindet die Landschaft immer mehr im Wolkennebel.

Dann folge ich den anderen auf die südliche Bergschulter des Paurofjellet. Im Aufstieg quere ich wieder die Grenze nach Schweden. Das schwedische Vergnügen ist ist vier Kilometer lang und zum Glück gibt es entlang der Ostflanke des Paurofjellet auch viele Steinmännchen. Als ich von der Grenzmarkierung noch einmal zurückblicke, schaue ich in die Wolke. Nur das Wasser des Båvrojávrre ist unter mir noch zu sehen. Oben auf der Bergschulter stürmt es richtig und ich kann gerade zum nächsten Steinmännchen blicken. Zum Glück bstehen sie aus mehreren Steinen und sind so gut zu erkennen.

Über Felsen und nassen Boden steigt der Weg langsam ab und umrundet die Ostflancke des Paurofjellet. Die Hände sind nass und eiskalt, so dass ich sogar die Windbreaker anziehe. Ein paar Meter tiefer kann ich wieder weiter blicken und sehe den See P 731. Die Sonne kommt kurz durch, sodass ich die Westflanke des Bávgečohkka erahnen kann. Wenig später bin ich wieder in Norwegen.

Im Sturm zur Baugebua

Der Wanderweg führt nun an der Baugeelva entlang. Der Wind stürmt nun von vorne. Der feine Nieselregen setzt sich auf die Brille und schränkt die Sicht ein. Zudem ist mir trotz Regenkleidung eiskalt. Vor mir verschwindet die Landschaft im Wolkengrau. Dann kann ich die Baugebua sehen. Ich kämpfe mich gegen den stürmischn Wind vorwärts. Vielleicht ist ja noch jemand von den anderen Drei dort. Ohen Windschutz werde ich hier kein Zelt aufbauen können.

Endlich habe ich die Schutzhütte Baugebua erreicht. Zwischen ihr und mir liegt nur die Baugeelva und eine schaukelnde Hängebrücke. Ich verstaue meine Wanderstöcke, denn um auf die Brücke zu gelangen, muss ich eine aus Brettern gezimmerte Leiter aufsteigen. Durch den hohen Schwerpunkt schwankt die Brücke schon unter normalen Bedingungen vor und zurück, nun jedoch durch den Wind auch noch seitlich. Ich bin froh, als ich am anderen Ufer ankomme und von dem Bauwerk wieder absteigen kann. Ich klopfe an der Aussentür und als ich sie öffne, wird die zweite Tür geöffnet und die wohlige Wärme strahlt mir entgegen. Ich werde freudig begrüsst.

Die Baugebua ist als Notunterkunft deklariert und mit einem DNT-Schloss verschlossen. Es gibt zwei Pritschen mit Matraze (aber ohne Bettzeug), Tisch, einen Ofen und eine Kochstelle mit Gas. Sie kann nicht gebucht werden, aber die Übernachtung kostet genauso viel wie die Nacht in anderen DNT-Hütten. Der Schwede hatte die Bude eingeheizt, Wasser geholt und war dann zur Sitashütte aufgebrochen, auch wenn seine Frau wohl weniger begeistert war. Wir waren also nur zu zweit. Zwei Frauen, zwei Betten, uns kriegt hier heute keiner mehr raus. Ich hänge meine nassen Sachen auf und werde langsam warm.

Ich krame gerade mein Essen hervor um etwas warmes zu trinken, als wir Schritte hören. Ein Belgier steht vor der Tür. Er ist am Nordkap gestartet und möchte heute zur Paurohytta. Nun aber erst einmal aufwärmen und etwas essen. Wir unterhalten uns und auch wenn er uns mehrmals erzählt, seine Luftmatraze sei kaput, verlässt er uns schliesslich wieder.

Als wir um 21 Uhr überlegen ins Bett zu gehen, hören wir wieder Schritte. Diesmal stehen zwei jungen Norweger verfrohren vor der Tür. Noch immer bläst der Wind, so das an Zeltaufbauen nicht zu denken ist. Wir überlegen und beginnen die Möbel zu rücken. Unter dem Bett liegen noch zwei Matratzen und nachdem wir ein Bett gedreht und Tisch und Bank hochkant gestellt haben, passen die beiden Matratzen auf den Boden und wir alle vier haben einen Schlafplatz.

Karte
Profil

Paurohytta DNT

PaurohyttaPaurohytta

Die Paurohytta liegt am Nordufer des Båvrojávrre.

Karte Narvikfjellene: 68°2'56" N, 17°1'51" E Öffne in Norgeskart.no Öffne in Opentopomap.org

Hütte Unbewirtete Hütte (Ubetjent) Anzahl Betten 10 Schlüssel DNT-Schlüssel

Strom oder USB Lademöglichkeit USB-A-Ladepunkt Mobilnetzempfang nein

Link DNT Paurohytta

10.2026

Baugebua DNT

Baugebua mit BrückeBaugebua mit Brücke

Die Notfallhütte Baugebua liegt am Seeabfluß des Baugevatnet, der Baugeelva.

Karte Narvikfjellene: 68°3'2" N, 17°7'53" E Öffne in Norgeskart.no Öffne in Opentopomap.org

Hütte Notfallhütte (Nødbu) Anzahl Betten 2 Schlüssel DNT-Schlüssel

Strom oder USB Lademöglichkeit nein Mobilnetzempfang nein

Link DNT Baugebua

10.2026

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